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Hamlet 2.0 - denn sein ist nicht sein - Ein voller Erfolg                

Fünf Aufführungen begeistern das Publikum

Jeder, der "Hase Hase" letztes Jahr gesehen hat, dachte sicherlich: "Das kann man nicht mehr steigern." Falsch! Das Stück "Hamlet 2.0 – denn sein ist nicht sein", das die Theater AG "Ohren, Kopf und Kragen" des SGG Bingen in gerade mal neun Monaten komplett aus dem Boden gestampft hat (das heißt: geschrieben, einstudiert, Requisiten besorgt, Videos zusammengestellt, Licht eingestellt und aufgeführt), übertrifft den Vorgänger sogar. Das Stück, das nur leicht an Shakespeares "Hamlet" erinnert, wurde außerdem zusätzlich zum normalen Unterricht erschaffen, und viele Schauspieler mussten sich auf das Abitur vorbereiten.

Wie der Name "Hamlet 2.0" schon sagt, gibt es viele Neuerungen. Hamlet Helsingør ist der Sohn von Hamlet Helsingør Senior (auch Old Hamlet genannt) und Teilhaber der großen dänischen Pharmafirma "Dänpharm". Hamlet belauscht ein Gespräch zwischen Old Hamlet, seiner Mutter Gertrude und seinem Onkel Claudius, bei dem ihm klar wird, dass er nicht deren leiblicher Sohn ist. Später erfahren sowohl Gertrude als auch Laertes und Ophelia Sørensen, dass Hamlet und Laertes bei der Geburt vertauscht wurden. Ophelia ist jedoch von Hamlet schwanger. Das weiß sie aber noch nicht und geht zu Hamlet als der sich gerade besäuft. Dementsprechend grob beendet er die Beziehung und sagt, sie solle in ein Kloster gehen. Als Ophelia schließlich herausfindet, dass Hamlet ihr Bruder und sie also von ihrem Bruder schwanger ist, schneidet sie sich die Pulsadern auf. Hamlet findet sie und denkt, sie habe sich umgebracht, weil er sie von sich gestoßen und mit ihr Schluss gemacht hat. In diesem Moment kommt Laertes hinzu. Er erklärt, dass Ophelia Hamlets Schwester gewesen ist. Daraufhin versucht Hamlet Laertes zu töten. Er geht auf ihn los, die Polizei kommt herein, ein Schuss fällt - und Laertes sinkt sterbend zu Boden. Hamlet nimmt dessen Pistole und erschießt sich auch. Gertrude erfährt, dass Claudius, in den sie sich verliebt hat, ihren Mann ermordet und den Pressesprecher Güldenstern ausgenutzt und ebenfalls umgebracht hat. Als sie dann noch die Nachricht von Laertes´ Tod und dem ihres Sohnes erhält, sinkt sie zu Boden. Ob sie tot ist, bleibt offen.

Die Proben wurden mit einem Großteil der Requisiten und teilweise kostümiert durchgeführt. Man lachte viel, denn jeder noch so gute Schauspieler macht in den Proben Patzer. Es herrschte eine entspannte Atmosphäre, in der man sich unterhalten, aber auch konzentrieren konnte. Manchmal arbeitete man sogar auf den Fluren und konnte so mehrere Szenen gleichzeitig durchspielen. Natürlich studierten auch die Musiker ihre Stücke ein. Sie mussten genau wissen, wie viel Zeit die Schauspieler benötigten, um sich umzuziehen und die Bühne umzubauen. "Wir hatten in den letzten zwei Wochen jeweils eine 120-Stunden-Woche mit nur ungefähr fünf Stunden Schlaf täglich, weil wir teilweise von acht Uhr morgens bis zehn Uhr abends in der Schule waren und geprobt haben", erinnert sich Sybille Brandl, die mit Mia Hartmann gemeinsam das Schreiben des Stückes und die Proben geleitet hat.

Wie man also unschwer erkennen kann, war die Arbeit alles andere als leicht. Trotzdem haben sie es geschafft, das Publikum erneut zu begeistern. Nach der nahezu ausverkauften Premiere hatte es sich schnell herumgesprochen, wie gut das Stück ist und es kamen pro Aufführung mehr Zuschauer.Es lohnte sich sogar, das Stück mehrmals anzuschauen, denn jede Aufführung war in ihrer Art etwas anders. Besonders die Derniere (so wird die letzte Aufführung in der Theatersprache genannt), denn in dieser durften die Schauspieler so viel improvisieren, wie sie wollten. Das Ergebnis war nicht länger ein Krimi sondern ein Paket geballte Comedy mit einem ernsten Gesicht, das aber nicht lange vorhielt. Selbst Jemand, der sich alle vorangegangenen Aufführungen angesehen hatte, konnte in der Derniere lachen, da er viele Witze, Versionen von Szenen und Personen noch nicht gekannt hat.

In den Pausen wurden Speisen und Getränke vom Schulelternbeirat zur Verfügung gestellt. Das eingenommene Geld geht an die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenden-Datei). Alles in allem kann man die Aufführungen der Theater AG nur empfehlen und sich auf das nächste Stück freuen!

 

Felix Benter, 8d