SGG Forum am 25. Oktober 2011 – Vortrag von Ralph Demuth zum Thema:
Generationenkonflikt Social Media - Änderung im Kommunikationsverhalten
durch Facebook & Co
Bericht von Felix Benter, 8d
Ralph Demuth, Mitarbeiter von IBM in Deutschland im Bereich Software,
beschäftigt sich seit Jahren mit Social Software und ihren Auswirkungen
auf unser Kommunikationsverhalten. Er arbeitete bereits in China, den
USA und Frankreich für sein Unternehmen und hielt dort Vorträge zur
Entwicklung des Internets und zum Web 2.0. Privat hat er zwei Söhne
im "Facebook"- Alter.
Am 25. Oktober hielt Herr Demuth einen Vortrag beim SGG Forum in der
Cafeteria und sprach unter Anderem folgende Themen an:
- Veränderungen in der Gesellschaft, neue Kommunikationsformen und der
daraus entstehende Generationenkonflikt
- Unser Weg vom Internet zu Social Media
- Funktionsweise und Nutzung von Facebook
- Neue Potentiale durch Social Media
- Gefahren und Risiken des Web 2.0
Soziale Netzwerke sind überall beliebt. Nahezu jeder benutzt sie heutzutage.
Doch sie bringen auch unerwartete Risiken und Gefahren mit sich. Einige
der angesprochenen Punkte fand ich besonders interessant. Herr Demuth
erläuterte zum Beispiel die Herkunft sozialer Netzwerke.
Das soziale Netzwerk entstand, als Wissenschaftler an einer Methode
gearbeitet haben, sich schnell Nachrichten schicken und sofort allen
Kollegen Forschungsergebnisse mitteilen zu können. Dieses System wurde
über die Jahre verbessert und ist so zu einem Massenphänomen geworden.
Es ist eine Kombination aus Brief und Telefon, denn es verbindet Schreiben
und direkte Kommunikation.
Das ist natürlich ungemein praktisch. Man kann, ohne den anderen zu
sehen oder zu hören, mit ihm Kontakt aufnehmen. Das „Gesagte“ wird sofort
protokolliert. Wenn einem etwas gefällt, dann „like"t man es. Wenn man
möchte, dass die Freunde ein Foto oder ein Video sehen, dann „postet“
man es. Und wenige Klicks später kann die ganze Welt darauf zugreifen.
Jedoch ist „die ganze Welt“ schon eine Menge. Jeder der möchte kann
erfahren, dass Tom Erdbeerquark gefällt oder dass Julia gerne Kanu fährt,
jedoch auch, dass sich Anna gerade in einer kritischen Beziehungsphase
mit ihrem Freund befindet und dass Hugo eine Webcam an seinem Bildschirm
installiert hat, von der aus man sein Bett und einen Großteil seines
Zimmers sehen kann. Für einen geübten Hacker ist es ein Leichtes, sich
in Hugos Computer zu hacken, mit dessen eigener Webcam Videos zu machen
und diese dann ins Netz zu stellen. Bestenfalls ist Hugo eine Woche
der Lacher der Klasse, weil alle jetzt wissen, dass er im Schlaf Tanjas
Namen murmelt. Herr Demuth berichtete, dass es schon einmal einen ähnlichen
Fall gegeben hat, bei dem sich eine Schülerin am Ende das Leben nahm.
Man sollte also nicht allzu leichtfertig mit dem Medium Internet umgehen.
Alles, was man auf Facebook und ähnlichen Internetplattformen schreibt
oder tut, wird archiviert. Und selbst Facebook kann diese Daten nicht
endgültig löschen. Sobald irgend Jemand einen Link teilt oder ein Foto
herunterlädt, hat weder der eigentliche Urheber noch Facebook weiter
Macht darüber. Das heißt, der „Löschen“-Button hat gar nicht die von
ihm erwartete Wirkung.
Die Jugendlichen geben in sozialen Netzwerken viel mehr Informationen
über sich preis, als sie es normalerweise tun würden, was zum Konflikt
führt. Man bekommt das Gefühl vermittelt, dass man wissen muss, was
die Freunde gerade machen oder denken. Man kann den Lebenslauf und die
Daten jedes beliebigen Menschen jederzeit kinderleicht in Erfahrung
bringen. Und mit diesen Informationen wird auch Missbrauch getrieben.
Es besteht die Möglichkeit des „Cybermobbing“ oder der „Fake Identity“,
oft wird auch beides in Kombination gebraucht. In diesem Fall erstellt
der Täter ein Benutzerkonto mit dem Namen und den Bildern eines anderen
Menschen.
Viele Eltern verbieten ihren Kindern aus diesem Grund das Anmelden
auf Facebook oder ähnlichen Plattformen bis sie 14 sind und zum Selbstschutz
auch dann nur mit geändertem Nachnamen. Wenn die Kinder sich schließlich,
ob nun mit oder ohne Erlaubnis der Eltern, angemeldet haben, blenden
sie häufig aus, dass das Internet nicht nur aus Facebook besteht. Die
meisten Jugendlichen würden, wenn man sie anweisen würde, etwas bei
„Spiegel-Online“ nachzuschauen, bei Facebook ins Suchfeld „Spiegel-Online“
eingeben.
Bei allem Für und Wider denke ich, dass das Social Media trotz all
seiner Gefahren positiv zu bewerten ist. Wenn man vorsichtig und verantwortungsbewusst
damit umgeht, kann man die Vorteile der modernen Kommunikationsformen
nutzen.