Schüleraustausch 2006/2007 vom 28.9.-6.10.06 in Bingen

Donnerstag, der 28.9.2006; das Warten hat nun ein Ende.

Niemand von uns deutschen Schülern wusste genau, was auf ihn zukommen würde. Natürlich hatten sich einige Schüler der deutschen und französischen Schule miteinander verständigt, aber durch E-Mail-Schreiben oder Chatten lernt man den anderen noch lange nicht richtig kennen. Alle warteten gespannt auf den Zug. Als dieser dann in den Bahnhof einfuhr, ging keiner von uns direkt zu seinem Austauschschüler.

Zunächst teilten die Lehrer die französischen Gastschüler ihren jeweiligen Austauschpartnern zu. Bei dieser ersten Begegnung waren wir alle etwas schüchtern, aber als wir anfingen uns auf deutsch und französisch zu unterhalten, hatten wir schon gleich viel Spaß bei der Verständigung.

Am Nachmittag war ich dann mit Enzo, meinem Austauschschüler zu Hause. Nachdem er meine Familie kennen gelernt und seinen Koffer ausgepackt hatte, beschlossen meine Freunde, die auch französische Gäste hatten, und ich ihnen die Umgebung zu zeigen. Anschließend spielten wir noch zusammen Fußball.

 

Freitag, der 29.9.2006; Schule mit Spielen und Sport - Schwimmbad - Bowlingbahn.

Am Morgen mussten wir unsere französischen Gäste rechtzeitig wecken, denn sie sind es nicht gewohnt, so früh aufzustehen, weil ihr Unterricht erst um 9 Uhr beginnt. In der Schule begleiteten wir unsere Gäste zu unserem Direktor, der sie alle dann ganz herzlich willkommen hieß. Wir, die deutschen Schüler, wurden währenddessen über den Ablauf des Schultages informiert. Zuerst machten wir ein Spiel, bei dem wir uns ein Lied anhörten. Jeder Schüler und sein Gast sollten ankreuzen, ob der Vortrag dem anderen wohl gefallen hat. Um ehrlich zu sein, haben wir einfach auf gut Glück bewertet. Das war einfach lustig, denn man lag gar nicht so verkehrt mit seinen Vermutungen. Nach der Begrüßung und dem Musik-Kennenlernspiel legten wir uns auf ein Stück Tapete und ließen uns von unserem Austauschpartner mit einem Stift umranden; und das dann auch umgekehrt. Danach sollten wir uns gegenseitig auf französisch und deutsch interviewen und die Antworten dann in die passenden Körperteile der Figur, die aus der Tapete ausgeschnitten wurde, schreiben. Darauf folgten drei Stunden Sport, die uns sehr viel Spaß machten. Die Jungs spielten Fußball und die Mädchen abwechselnd Hockey und Basketball. Nachmittags gingen wir zusammen mit Kevin, der für einen Tauch-Wettkampf trainierte, und Boris aus Frankreich in das Schwimmbad ‚die Rheinwelle' nach Ingelheim. Abends haben sich fast alle Schüler aus unserer Klasse, die französische Gäste hatten, auf der Bowlingbahn in Ingelheim getroffen.

Samstag und Sonntag, der 30.9. und 1.10.2006

Für das Wochenende war von der Schule kein Programm vorgesehen. Samstags spielten wir zusammen mit Kevin und Boris Computer, trafen uns mit Teresa und Mélanie in der Stadt zum Eisessen und waren nachmittags zusammen mit Teresa und Mélanie bei Kevin zum Waffelessen eingeladen. Abends trafen wir uns alle bei Max und Cedric im Nachbarort und schauten uns zusammen eine Komödie an. Sonntags trugen wir ein internationales Fußballturnier "Deutschland gegen Frankreich" auf unserem Sportplatz aus.

Montag, der 2.10.2006; Unterrichtsbesuch

An diesem Morgen war für die deutschen Schüler normaler Unterricht. Die Franzosen wurden auf verschiedene Klassen aufgeteilt um am deutschen Unterricht teilzunehmen. Am späten Nachmittag trafen sich fünf Freunde und ihre Gäste bei uns zum Racletteessen.

 

Dienstag, der 3.10.2006; Ausflug nach St. Goar.

Für heute stand ein Ausflug zur Burg Rheinfels nach St. Goar auf dem Programm. Wir trafen uns zwischen 9 und 10 Uhr an der Anlegestelle einer Schifffahrtsgesellschaft am Rheinufer Bingen. Dort standen wir dann im Schlamm, da das Wetter kalt, regnerisch und der Boden total aufgeweicht war, und warteten auf das Schiff, das uns nach St. Goar bringen sollte. Unsere Lehrer hatten für unsere Gruppe Plätze reservieren lassen, jedoch war das Schiff überfüllt und die reservierten Plätze reichten nicht aus. Wir sammelten alle Stühle, die wir finden konnten, und setzten uns damit in den Durchgang, den wir damit natürlich versperrten. Als wir in St. Goarshausen anlegten, kam die Härte. Ich sah, wie eine ältere Frau unter der Tischdecke ein Reservierungskärtchen hervorzog und gleich wieder verschwinden ließ, als sie sah, dass ich sie beobachtete. (Da soll einer sagen, die jungen Leute heutzutage seien schlimm.) In St. Goar angekommen, nach einer recht langen, aber stimmungsvollen Fahrt, hatten die deutschen Schüler nur 15 Minuten Zeit, zur Burg zu gelangen, bis die Führung begann. Für die Franzosen war eine Führung auf französisch zu einem späteren Zeitpunkt angesetzt. Die Führung war geradezu perfekt. Wir krochen durch mehrere Tunnel, in denen zum Teil das Wasser 10 Zentimeter hoch stand, da es ununterbrochen regnete. Völlig durchnässt fuhren wir mit dem Zug zurück nach Bingen. Obwohl es ein total verregneter Tag war und wir tropfnass nach Hause kamen, hat es uns allen riesigen Spaß bereitet.

Mittwoch, der 4.10.2006; Abend der Begegnung

Am Mittwoch fuhren die Franzosen zum Niederwalddenkmal und wir hatten ganz normal Schule. (Obwohl wir doch lieber mitgekommen wären!!!)

Am Abend fand in der Cafeteria der Schule der "Abend der Begegnung" statt, ein Treffen der französischen Gäste, der Lehrer und der deutschen Gastgeber statt. Es gab gutes Essen, verschiedene Schüler führten kleine Sketche auf, es gab ein Quiz und anschließend wurde im N-Trakt noch musiziert.

Donnerstag, der 5.10.2006

Die Franzosen fuhren an diesem Tag ins Gutenbergmuseum nach Mainz. Am Abend trafen wir uns mit mehreren Freunden und ihren Gästen bei Teresa und Mélanie, um den Abschied zu feiern.

Freitag, der 6.12.2006 Morgens um 9:30 Uhr trafen wir uns am Hauptbahnhof in Bingen, um unsere Austauschschüler zu verabschieden. Ich denke, diese Begegnung mit unseren französischen Freunden ist richtig gut gelungen und wird uns wohl allen in guter Erinnerung bleiben. Nun hoffen wir natürlich alle, dass es in Frankreich genauso schön werden wird.

 

Benjamin Kraff