Schüler und Lehrer des SGG besuchen Rwanda vom 10. – 25. Februar 2007

Mit den unterschiedlichsten Erwartungen und Hoffnungen sind wir in dieses Land gefahren, von dem wir vorher wahrscheinlich nicht mehr wussten, als dass Rwanda das Partnerland von Rheinland-Pfalz ist und in Zentralafrika liegt.

Wir, 12 Schülerinnen und Schüler und 3 Lehrerinnen und Lehrer des Stefan-George-Gymnasiums haben uns vom 10. bis 25. Februar 2007 auf ein Abenteuer in eines der ärmsten Länder der Welt eingelassen.

Dort angekommen waren wir erschlagen von diesem dauergrünen Land, das so hügelig ist und deshalb auch den Namen "die Schweiz Afrikas" trägt. In diesem Land, in dem es so viele Menschen gibt und es aufgrund der wahnsinnigen Bevölkerungsexplosion immer mehr werden, fühlte man sich eigentlich nie einsam. Auf unserer Studienreise haben wir uns viele Projekte und Kooperativen angeschaut, erfolgreiche, aber auch weniger erfolgreiche. In dem Waisenhaus wurden wir von den kleinen Kindern auf das Herzlichste begrüßt, die uns gar nicht mehr gehen lassen wollten. Man bekommt fast ein schlechtes Gewissen, wenn man sieht, wie glücklich sie doch scheinen und wir, die mehr als alles haben, beklagen uns doch über jede Kleinigkeit!!!

Auf unserem Weg weiter durch das Land besuchten wir das noch größte zusammenhängende Naturschutzgebiet des Afrikanischen Berg-Nebelwaldes. Fauna und Flora waren einfach toll!!! Schon am Straßenrand auf dem Weg in den Park warteten die ersten "Mountain Monkeys" zur Begrüßung.

In der Nähe von Kigali, der Hauptstadt, besuchten wir Samstags nachmittags eine Kirche in Ntarama, die 1994 einer von vielen Schauplätzen war, an dem der Bürgerkrieg seine Spuren hinterlassen hat. 5000 Leute sind in der Kirche qualvoll von den Milizen "abgeschlachtet’" worden. Heute sind in der Kirche Knochenreste, Schädel, die bis zur Unkenntlichkeit zerstört wurden, Kleidungsstücke sowie persönliche Gegenstände der Opfer aufbewahrt. An einer Gedenktafel sollen alle 5000 Opfer eingraviert werden, so dass dieser schreckliche Genozid nie in Vergessenheit gerät.

Höhepunkt unserer Reise war wohl zweifellos der Besuch unserer Partnerschule in Nyagahanga. Wir fuhren dorthin, um die Partnerschaft weiter zu vertiefen, neue Bekanntschaften und Briefkontakte zu knüpfen, aber eben auch, um zu schauen, ob das Projekt der Erschließung einer Quelle mit Anschluss an die Schule abgeschlossen war.

Unsere Partnerschule ist eine weiterführende Schule, ein Internat für Mädchen und Jungen zwischen 15 und 20 Jahren mit dem Schwerpunkt Agrarwirtschaft. Wir wurden auf das Herzlichste dort von den Jugendlichen und dem Rektor empfangen, besichtigten die Schule, gingen mit in den Unterricht, um einen Eindruck des normalen Alltags an den Schulen in Rwanda zu bekommen und besahen uns am Schluss die renovierten Zisternen, die von der Quelle Wasser erhielten. Leider war das von uns mitfinanzierte Projekt nicht so weit voran geschritten, das heißt, die Schule ist immer noch nicht vollständig an fließendes Wasser angeschlossen.

Abends wurde uns mit großem "Tamm Tamm" eine Vorführung der Schüler und Schülerinnen gezeigt. Die Schüler waren alle sehr interessiert, fragten nach unseren Namen, nach den Adressen, wie es bei uns sei und wollten uns auch anfassen, da sie noch nie so viele "Umuzungus" (weiße Männer) so nah gesehen hatten.

Diese Reise war eine Reise in eine unbekannte, fremde Welt, die mit unserer in keiner Weise zu vergleichen ist. Dieses Land hat tausende von Problemen, die wir alle kennen gelernt haben, doch wir haben auch gelernt, dass es gar nicht so leicht ist, diesem Land zu helfen, dass es aber auch tausend gute Ansätze und Ideen gibt, diesen so freundlichen und lebens-frohen Menschen in diesem so wunderschönen Land zu helfen.

Victoria Albertsmeier (MSS 11)