"Gedicht der Woche"

(zusammengestellt von Herrn Goldschmidt)

"Wer Gedichte veröffentlicht,
wirft ein Rosenblatt in den Grand Canyon
und wartet auf das Echo."

Donald Marquis (1878 - 1937)


Der Sommer

Das Erntefeld erscheint, auf Höhen schimmert
Der hellen Wolke Pracht, indes am weiten Himmel
In stiller Nacht die Zahl der Sterne flimmert,
Groß ist und weit von Wolken das Gewimmel.

Die Pfade gehn entfernter hin, der Menschen Leben,
Es zeiget sich auf Meeren unverborgen,
Der Sonne Tag ist zu der Menschen Streben
Ein hohes Bild, und golden glänzt der Morgen.

Mit neuen Farben ist geschmückt der Gärten Breite,
Der Mensch verwundert sich, daß sein Bemühn gelinget,
Was er mit Tugend schafft, und was er hoch vollbringet,
Es steht mit der Vergangenheit in prächtigem Geleite.

Friedrich Hölderlin (1770-1843)

der Autor:
geb. am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar, besucht Kloster- schulen in Denkendorf u. Maulbronn, dort bereits erste dichterische Versuche, beeinflusst von Christian Daniel Schubart, Edward Young, Friedrich Gottlieb Klopstock und Friedrich von Schiller, anschließend Theologiestudium in Tübingen, verfasst anfangs Hymnen die unter dem Eindruck intensiven Naturerlebens stehen, später mischen sich, resultierend aus den Ereignisen der Franz. Revolution, unterstützt von seinen Freunden Schelling und Hegel, zu dem idealistisch-politische Töne in seine Dichtung,
1790 Magisterexamen, 1794 Begegnung mit Schiller, Hofmeister bei Charlotte von Kalb in Weimar,
1796 Hauslehrer bei dem Frankfurter Bankier Gontard, tiefe Zuneigung zu dessen Frau Susette,
1798 Bruch mit den Gontards, es folgen Jahre rastloser Wanderschaft u. innerer Unruhe,
1807 wird er nach einjährigem Aufenthalt in der Tübinger Heilanstalt als unheilbar entlassen, die restlichen vier Jahrzehnte seines Lebens fristet er geistig umnachtet unter der Obhut einer Tischlerfamilie, er stirbt am 7. Juni 1843 in Tübingen.

Buchempfehlung: Friedrich Hölderlin: Sämtliche Gedichte und Hyperion insel taschenbuch, 665 S.


 

König Sommer

Nun fallen leise die Blüten ab,
Und die jungen Früchte schwellen.
Lächelnd steigt der Frühling ins Grab
Und tritt dem Sommer die Herrschaft ab,
Dem starken, braunen Gesellen.

König Sommer bereist sein Land
Bis an die fernsten Grenzen,
Die Ähren küssen ihm das Gewand,
Er segnet sie alle mit reicher Hand,
Wie stolz sie nun stehen und glänzen.

Es ist eine Pracht unterm neuen Herrn,
Ein sattes Genügen, Genießen,
Und jedes fühlt sich im innersten Kern
So reich und tüchtig. Der Tod ist so fern,
Und des Lebens Quellen fließen.

König Sommer auf rotem Roß
Hält auf der Mittagsheide,
Müdigkeit ihn überfloß,
Er träumt von einem weißen Schloß
Und einem König in weißem Kleide.

Gustav Falke (1853-1916)

der Autor: geb. am 11.1.1853 in Lübeck. Falke war Buchhändler in Hamburg, später in Lübeck, Essen, Hildburghausen und Stuttgart.
"Mein Wunsch, zu studieren, Philosophie, schöne Wissenschaften oder wenigstens Musik, die ich immer eifriger betrieben hatte, war früh auf den Widerstand meines Stiefvaters gestoßen, der Kosten wegen."
Falke kehrte 1880 nach Hamburg zurück und wurde dort Klavierlehrer.
"Ich gab Klavierstunden, die Stunde anfangs zu fünfzig Pfennigen."
In Hamburg wurde er zum Dichter: Er schickte einige Gedichte an Otto von Leixner, der zwei davon abdruckte und ihm sein Talent beglaubigte.
Falke starb am 8.2.1916 in Großborstel/Hamburg. Er verfasste Lyrik und Erzählungen, auch in niederdeutscher Sprache.
Quelle: Gustav Falke als Lyriker, Verlag von Alfred Hansen Hamburg, 1904


In der Frühe

Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir,
Dort gehet schon der Tag herfür
An meinem Kammerfenster.
Es wühlet mein verstörter Sinn
Noch zwischen Zweifeln her und hin
Und schaffet Nachtgespenster.
Ängste, quäle
Dich nicht länger, meine Seele!
Freu dich! schon sind da und dorten
Morgenglocken wach geworden.

Eduard Mörike (1804-1875)

der Autor:
geb. am 8.September 1804 in Ludwigsburg, er besuchte die Lateinschule und ab 1818 das Seminar in Urach,
1826 begann er eine Tätigkeit als Vikar in Nürtingen,
1827/1828 arbeitete er als Redakteur bei einer Zeitschrift,
1834-1843 war er Pfarrer in Cleversulzbach, er wurde vorzeitig pensioniert, war dann u.a. Lehrer in Stuttgart,
1855 Hofrat und erhielt 1856 eine Professur,
ab 1871 lebte er wieder in Stuttgart, Mörike starb am 4.Juni.1875 in Stuttgart.

Buchtipp: Christa Schmid-Lotz: Eduard Mörike. Ein Leben auf der Flucht, Salzer, März 2004, 16,95 Euro


Mai

Leichte Silberwolken schweben
Durch die erst erwärmten Lüfte,
Mild, von Schimmer sanft umgeben,
Blickt die Sonne durch die Düfte.
Leise wallt und drängt die Welle
Sich am reichen Ufer hin;
Und wie reingewaschen helle,
Schwankend hin und her und hin,
Spiegelt sich das junge Grün.
Still ist Luft und Lüftchen stille;
Was bewegt mir das Gezweige?
Schwüle Liebe dieser Fülle,
Von den Bäumen durchs Gesträuche.
Nun der Blick auf einmal helle,
Sieh! der Bübchen Flatterschar,
Das bewegt und regt so schnelle,
Wie der Morgen sie gebar,
Flügelhaft sich Paar und Paar.
Fangen an, das Dach zu flechten -
Wer bedürfte dieser Hütte? -
Und wie Zimmrer, die gerechten,
Bank und Tischchen in der Mitte!
Und so bin ich noch verwundert,
Sonne sinkt, ich fühl es kaum;
Und nun führen aber hundert
Mir das Liebchen in den Raum,
Tag und Abend, welch ein Traum!

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

Goethe wurde am 28.8.1749 in Frankfurt(Main) geboren und starb am 22.3.1832 in Weimar.


 

Poesie des Lebens

An ***

"Wer möchte sich an Schattenbildern weiden,
Die mit erborgtem Schein das Wesen überkleiden,
Mit trügrischem Besitz die Hoffnung hintergehn?
Entblößt muß ich die Wahrheit sehn.
Soll gleich mit meinem Wahn mein ganzer Himmel schwinden,
Soll gleich den freien Geist, den der erhabne Flug
Ins grenzenlose Reich der Möglichkeiten trug,
Die Gegenwart mit strengen Fesseln binden,
Er lernt sich selber überwinden,
Ihn wird das heilige Gebot
Der Pflicht, das furchtbare der Not
Nur desto unterwürfger finden.
Wer schon der Wahrheit milde Herrschaft scheut,
Wie trägt er die Notwendigkeit?" -

So rufst du aus und blickst, mein strenger Freund,
Aus der Erfahrung sicherm Porte
Verwerfend hin auf alles, was nur scheint.
Erschreckt von deinem ernsten Worte
Entflieht der Liebesgötter Schar,
Der Musen Spiel verstummt, es ruhn der Horen Tänze,
Still traurend nehmen ihre Kränze
Die Schwestergöttinnen vom schön gelockten Haar,
Apoll zerbricht die goldne Leier,
Und Hermes seinen Wunderstab,
Des Traumes rosenfarbner Schleier
Fällt von des Lebens bleichem Antlitz ab,
Die Welt scheint, was sie ist, ein Grab.
Von seinen Augen nimmt die zauberische Binde
Cytherens Sohn, die Liebe sieht,
Sie sieht in ihrem Götterkinde
Den Sterblichen, erschrickt und flieht,
Der Schönheit Jugendbild veraltet,
Auf deinen Lippen selbst erkaltet
Der Liebe Kuß, und in der Freude Schwung
Ergreift dich die Versteinerung.

Friedrich Schiller (1759-1805)

aus: Gedichte (1789-1805)

 

Biographielink: http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za874/homepage/schiller.htm
Buchempfehlung: Das Leben des Friedrich Schiller. von Sigrid Damm Insel, Frankfurt, August 2004, 24,90 Euro


Sekundenzeiger

daß ich als ich
ein und zwei ist
daß ich als ich
drei und vier ist
daß ich als ich
wieviel zeigt sie
daß ich als ich
tickt und tackt sie
daß ich als ich
fünf und sechs ist
daß ich als ich
sieben acht ist
daß ich als ich
wenn sie steht sie
daß ich als ich
wenn sie geht sie
daß ich als ich
neun und zehn ist
daß ich als ich
elf und zwölf ist.

Hans Arp (1887 - 1966)

aus: Gesammelte Gedichte Bd. I von Hans Arp
(c) 1963 by Limes Verlag in der F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München

der Autor: geb. am 16. September 1887 als Sohn eines Zigarrenfabrikanten und dessen elsässischer Frau in Straßburg im Elsaß,
1904 erste Gedicht- veröffentlichungen während seines Studiums an der Kunstgewerbeschule in Straßburg,
1904-1908 studiert er bildende Kunst an der Kunstschule Weimar und an der Académie Julian in Paris,
1909 Umzug in die Schweiz nach Weggis,
1911 Mitbegründer der Künstlervereinigung "Moderner Bund" in der Schweiz. Er lernt Wassily Kandinsky kennen und knüpft über ihn Kontakte zu der expressionistischen Künstlergruppe "Der Blaue Reiter" in München.
1913 veröffentlicht er Artikel in der expressionistischen Zeitschrift "Der Sturm" in Berlin. Nach Beginn des Ersten Weltkriegs kehrt Arp 1914 in die Schweiz zurück.
Im November 1915 werden Arps abstrakte Werke in der Tanner Galerie in Zürich erstmals ausgestellt. Hier lernt er die seine spätere Ehefrau die Malerin Sophie Täuber kennen.
1916 illustriert Arp Tristan Tzaras "25 Gedichte". Er gehört zu einer Gruppe von Künstlern, die sich regelmäßig im Café Voltaire in Zürich treffen, um ihre pazifistische Einstellung öffentlich zu äußern. Diese Gruppe, zu der neben Tzara auch Hugo Ball und Richard Huelsenbeck gehören, begründet die Dada-Bewegung in der Schweiz und veranstaltet regelmäßig ein Kabarett, in dem Künstler ihre dadaistischen Werke vorstellen.
1919 zieht er nach Köln. Freundschaft mit Max Ernst und Johannes Baargeld. Mit beiden Künstlern steht Arp für den "Kölner Dadaismus", der sich durch politisch-provokante Arbeiten auszeichnet. Gemeinsam geben sie die marxistisch orientierte Satire-Zeitschrift "Der Ventilator" heraus.
1920 wendet sich Arp mit seinen Arbeiten stärker dem abstrakten Surrealismus zu. Er heiratet 1922 Sophie Täuber.
1923 beginnt Arp die Zusammenarbeit dem Dadaisten Kurt Schwitters. Arp verfaßt Beiträge für die Zeitschrift "Merz". Er zieht nach Paris und nimmt dort an der ersten Gruppenausstellung der Surrealisten teil.
1926 zieht er nach Meudon (heute: Clamart) in Frankreich. und wird am 20. Juli französischer Staatsbürger.
1931 wendet er sich der Arbeit an abstrakten Plastiken zu. Er wird Mitglied der französischen Künstlergruppe "Abstraction-Création", die von Georges Vantongerloo geleitet wird. Die Gruppe arbeitet in ihren Werken mit der reinen Abstraktion. Die Nationalsozialisten betrachten Arps Werke als "Entartete Kunst" und verbieten sie.
Nach der deutschen Besetzung Frankreichs flieht Arp nach Grasse (bei Nizza) in den unbesetzten Teil Frankreichs.
1941 zieht er in die Schweiz und läßt sich in Zürich nieder.
Am 13. Januar 1943 stirbt Sophie Täuber-Arp in Zürich.
1950-1959 entwirft Arp Großplastiken für die Universitäten Harvard und Caracas sowie für das Gebäude der UNESCO in Paris.
1952-1958 Reisen nach Griechenland, Mexiko und in die USA.
1959 zieht er nach Locarno (Schweiz). Er heiratet Marguerite Hagenbach.
Am 7. Juni 1966 stirbt Hans Arp in Basel.


Fenster wo ich einst mit dir

Fenster wo ich einst mit dir
Abends in die landschaft sah
Sind nun hell mit fremdem licht.

Pfad noch läuft vom tor wo du
Standest ohne umzuschaun
Dann ins tal hinunterbogst.

Bei der kehr warf nochmals auf
Mond dein bleiches angesicht...
Doch es war zu spät zum ruf.

Dunkel- schweigen - starre luft
Sinkt wie damals um das haus.
Alle freude nahmst du mit.

Stefan George (1868-1933)

der Autor: geb. am 12.7.1868 in Büdesheim, gest. am 04.12.1933 in Locarno
Biographielink: http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/GeorgeStefan/


 

An Neuffer

Im März. 1794

Noch kehrt in mich der süße Frühling wieder,
Noch altert nicht mein kindischfröhlich Herz,
Noch rinnt vom Auge mir der Tau der Liebe nieder
Noch lebt in mir der Hoffnung Lust und Schmerz.

Noch tröstet mich mit süßer Augenweide
Der blaue Himmel und die grüne Flur,
Mir reicht die Göttliche den Taumelkelch der Freude,
Die jugendliche freundliche Natur.

Getrost! es ist der Schmerzen wert, dies Leben,
So lang uns Armen Gottes Sonne scheint,
Und Bilder beßrer Zeit um unsre Seele schweben,
Und ach! mit uns ein freundlich Auge weint.

Friedrich Hölderlin (1770-1843)

der Autor: geb. am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar, besucht Klosterschulen in Denkendorf u. Maulbronn,
dort bereits erste dichterische Versuche, beeinflusst von Christian Daniel Schubart, Edward Young, Friedrich Gottlieb Klopstock und Friedrich von Schiller, anschließend Theologiestudium in Tübingen, verfasst anfangs Hymnen die unter dem Eindruck intensiven Naturerlebens stehen, später mischen sich, resultierend aus den Ereignisen der Franz. Revolution, unterstützt von seinen Freunden Schelling und Hegel, zu dem idealistisch-politische Töne in seine Dichtung,
1790 Magisterexamen, 1794 Begegnung mit Schiller, Hofmeister bei Charlotte von Kalb in Weimar,
1796 Hauslehrer bei dem Frankfurter Bankier Gontard, tiefe Zuneigung zu dessen Frau Susette,
1798 Bruch mit den Gontards, es folgen Jahre rastloser Wanderschaft u. innerer Unruhe,
1807 wird er nach einjährigem Aufenthalt in der Tübinger Heilanstalt als unheilbar entlassen, die restlichen vier Jahrzehnte seines Lebens fristet er geistig umnachtet unter der Obhut einer Tischlerfamilie,
er stirbt am 7. Juni 1843 in Tübingen.

Buchempfehlung: Friedrich Hölderlin: Sämtliche Gedichte und Hyperion, insel taschenbuch, 665 S., 10 Euro


 

April

Leichtsinnig, launig, neckisch, ausgelassen,
Wandl' ich in jeder Stunde Leib und Sinn:
Kaum weiß ich selbst, wie ich beschaffen bin,
Wie sollen mich die fremden Leute fassen?

Hier werf' ich einen Schneeball durch die Gassen,
Dort schweb' ich blau in jungen Düften hin,
Bald streich' ich sanft der Schönen weiches Kinn,
Bald sagen sie, ich wäre grob im Spaßen.

Gern wollt' ich dir noch Vieles von mir sagen,
Doch drückt mich des Sonettes enges Band,
Das mir die Muse um den Mund geschlagen.

Sie sprach: Ich kenne dich als ungezogen,
Und jener Herr hat in dem welschen Land
Der besten Sitt' als Kavalier gepflogen.

Wilhelm Müller (1794-1827)

aus: Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten (1821)
der Autor: geb. am 7.10.1794 in Dessau; einziger überlebender von sechs Kindern einer Dessauer Handwerkersfamilie, nach dem Schulbesuch widmet er sich ab 1812 in Berlin philosophischen und historischen Studien,
1813 tritt er als Freiwilliger in das preußische Heer ein u. beteiligt sich an den Schlachten gegen Napoleon bei Lützen, Bautzen, Hanau u. Kulm, im Anschluss an das Studium tritt er im Auftrag der Berliner Akademie der Wissenschaften eine Ägyptenreise an, die ihn aber wegen der Pest in Konstantinopel zunächst nach Italien führt,
1819 Rückkehr nach Dessau, Tätigkeit als Gymnasiallehrer für Latein u. Griechisch, kurze Zeit später wird er Bibliothekar der Hofbibliothek,
1824 zum Hofrat ernannt, er stirbt am 1.10.1827 an einem Herzschlag.
Seine Gedichte (z.B. "Der Lindenbaum", "Das Wandern ist des Müllers Lust") wurden im 19. Jahrhundert häufig vertont.


Im Vorübergehn

Ich ging im Felde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Da stand ein Blümchen
Sogleich so nah,
Daß ich im Leben
Nichts lieber sah.

Ich wollt es brechen,
Da sagt' es schleunig:
»Ich habe Wurzeln,
Die sind gar heimlich.

Im tiefen Boden
Bin ich gegründet;
Drum sind die Blüten
So schön geründet.

Ich kann nicht liebeln,
Ich kann nicht schranzen;
Mußt mich nicht brechen,
Mußt mich verpflanzen.«

Ich ging im Walde
So vor mich hin;
Ich war so heiter,
Wollt immer weiter -
Das war mein Sinn.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

aus: Gedichte (Ausgabe letzter Hand. 1827)
Goethe wurde am 28.8.1749 in Frankfurt(Main) geboren und starb am 22.3.1832 in Weimar.
Eine sehr gute Linksammlung finden Sie hier: http://www.goethe.de/os/hon/aut/degoe.htm
Buchtipps: Goethes schönste Gedichte. Insel Verlag Frankfurt, 9,80 Euro


 

März

Sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!
so lockend die Sonne vom Himmel blitzt,
so lockend alles glänzt und glitzt ...
sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!
Es werden Tage wieder kommen
bevor erblüht, wovon du träumst,
da alles wie vorher trostlos weh
in Regen sich begräbt und Schnee,
Tage voll Traurigkeit, Tage voll Müh ...
sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!

Und doch und dennoch: mit jubelndem Liede
grüße dies frohe befreiende Blau
über all dem farblosen Grau,
freu dich der flimmernden Mittagsstunden,
sonne das Herz dir zu keimender Kraft,
daß es dem müde machenden Winter
und seiner Enttäuschung sich wieder entrafft!

Nur warte, nur wart noch! es wird sich erfüllen,
es wird sich erfüllen, was du ersehnst:
Glutig auflodern wird es am Himmel,
über die Berge her wird es wehn
und wie donnernde Osterglocken
wird es durch die Lande gehn ...
nur warte, nur wart noch und hab Geduld!
So schön und so köstlich dies blitzende Blau
mit seinem süßen stillen Locken,
es kommen Tage noch und Wochen farblos grau,
da alles wie vorher trostlos weh
in Regen sich begräbt und Schnee,
Tage voll Traurigkeit, Tage voll Müh ...
sprich noch nicht vom Frühling, es ist zu früh!

Cäsar Flaischlen (1864-1920)

Biografielink: http://www.flaischlen.de/biografie.htm


ICH HABE DICH SO LIEB

Ich habe dich so lieb!
Ich würde dir ohne Bedenken
Eine Kachel aus meinem Ofen
Schenken.

Ich habe dir nichts getan.
Nun ist mir traurig zu Mut.
An den Hängen der Eisenbahn
Leuchtet der Ginster so gut.

Vorbei - verjährt -
Doch nimmer vergessen.
Ich reise.
Alles, was lange währt,
Ist leise.

Die Zeit entstellt
Alle Lebewesen.
Ein Hund bellt.
Er kann nicht lesen.
Er kann nicht schreiben.
Wir können nicht bleiben.

Ich lache.
Die Löcher sind die Hauptsache
An einem Sieb.

Ich habe dich so lieb.

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Der Autor: geboren am 7.8.1883 in Wurzen/Sachsen; gestorben am 17.11.1934 in Berlin.
Biographielink: http://www.ringelnatzstiftung.de/ringelnatz.htm
Buchempfehlung: Sämtliche Gedichte von Joachim Ringelnatz in einem handlichen Dünndruck-Band aus Halbleinen.
"Ein ideales Geschenk-Buch."(St. Galler Tagblatt)
"Sie sind unsterblich, die kleinen Gedichtchen."(FAZ)
Diogenes Verlag, Zürich, 856 Seiten, mit Zeichnungen, 17,90 Euro


Rheinlied 1975

O Rhein, besungen, lobgehudelt
mit ausgesuchten Attributen,
ach, wie so ganz und gar besudelt
ist doch dein Glanz, sind deine Fluten . . .

Von allem, was dir zugeflossen
in Reim und Lied, in Wort und Sage,
blieb nur ein Strom aus tausend Gossen
als Spiegel unsrer eignen Tage.

Und am Gestade, schmutzumrändert,
ergreift mich bängliches Verstehen:
Nicht du nur bist's, der sich verändert –
auch uns ist ähnliches geschehen.

So bleib ich dir wie einst gewogen
aus dieser schmerzlichen Erkenntnis
und heimlich zu dir hingezogen
in augenzwinkerndem Verständnis.

Ernst Loeb (1914-1987)

aus: "Kein Rizinus für Seelennöte" Atelier Verlag Andernach, 1981
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Verlages. http://www.atelierverlag-andernach.de

der Autor: geboren am 8. Dezember 1914 in Andernach/Rhein, wo er bis 1933 das Gymnasium besuchte.
1936 musste er Deutschland verlassen und kam über Italien, Palästina 1938 in die USA. Nach einem Germanistikstudium in den USA (Philadelphia und St. Louis) lehrte er von 1960-1970 an der University of Washington in Seattle (USA) und an der University of British Columbia in Vancouver (Kanada).
Ab 1970 war er Professor an der Queen's University in Kingston, Ontario (Kanada), wo er am 15. September 1987 als emeritierter Professor starb.
1985 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er publizierte in den USA, Kanada und Deutschland. Er veröffentlichte Bücher (Goethe, Heine) und zahlreiche Artikel (über Goethe, Lessing, Heine, Mörike, Chamisso, E.T.A Hoffmann, Brecht, Kafka). Auch war er der Mitherausgeber des Bandes über Herders Italienreise „Bloß für Dich geschrieben."
Seine Gedichte erschienen in Anthologien und in vier Gedichtbänden: Loebliches (1974), Kein Rizinus für Seelennöte (1981), Hoffen darf die Erde (1985), und Fußnoten sind wir… (1986).


Jetzt wohin?

Jetzt wohin? Der dumme Fuß
Will mich gern nach Deutschland tragen;
Doch es schüttelt klug das Haupt
Mein Verstand und scheint zu sagen:

'Zwar beendigt ist der Krieg,
Doch die Kriegsgerichte blieben,
Und es heißt, du habest einst
Viel Erschießliches geschrieben.'

Das ist wahr, unangenehm
Wär mir das Erschossenwerden;
Bin kein Held, es fehlen mir
Die pathetischen Gebärden.

Gern würd ich nach England gehn,
Wären dort nicht Kohlendämpfe
Und Engländer - schon ihr Duft
Gibt Erbrechen mir und Krämpfe.

Manchmal kommt mir in den Sinn,
Nach Amerika zu segeln,
Nach dem großen Freiheitstall,
Der bewohnt von Gleichheitsflegeln -

Doch es ängstet mich ein Land,
Wo die Menschen Tabak käuen,
Wo sie ohne König kegeln,
Wo sie ohne Spucknapf speien.

Rußland, dieses schöne Reich,
Würde mir vielleicht behagen,
Doch im Winter könnte ich
Dort die Knute nicht ertragen.

Traurig schau ich in die Höh',
Wo viel tausend Sterne nicken -
Aber meinen eignen Stern
Kann ich nirgens dort erblicken.

Hat im güldnen Labyrinth
Sich vielleicht verirrt am Himmel,
Wie ich selber mich verirrt
In dem irdischen Getümmel. -

Heinrich Heine (1797-1856)
aus: Romanzero (1851)

der Autor: geb. am 13.12.1797 in Düsseldorf, gest. am 17.2.1856 in Paris
Biographielink: http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Heine
Buchempfehlungen: Sämtliche Gedichte in zeitlicher Folge von Heinrich Heine. 917 Seiten, Insel Verlag, 10 Euro


 

Aschermittwoch

Nun fällt der tollen Narrenwelt
das bunte Kleid in Lumpen, -
und klirrend auf den Estrich schellt
der Freude voller Humpen.
Lautkrachend springt ins Schloß das Tor,
kein Lichtschein mehr am Fenster -
ein grauer Morgen kriecht empor,
der Morgen der Gespenster.

Da ist im tiefen Straßenstaub
ein stolzes Weib gestanden -
von ihrem Odem rauscht das Laub,
des Meeres Wogen branden.
Sie reckt sich in die Frühlingspracht
mit herrischer Gebärde:
mein ist, was blüht und weint und lacht -
mein ist die ganze Erde!

Was bimmelt ihr vom Kirchenturm
und predigt Reu und Buße?
Ihr seid das Sandkorn vor dem Sturm,
der Staub mir unterm Fuße.
Was schiert mich eurer Sünde Scham
und eurer Hölle Flammen?
Ich blas den ganzen Maskenkram
mit einem Hauch zusammen.

Mir gilt die Dirne unterm Tor,
das Hündlein in der Gossen
mehr als der schönste Damenflor
in euren Staatskarossen.
Und Blumen und Konfettischlacht?
Wie jäh verstummt die Harfe,
versprüht der Witz, verblaßt die Pracht,
löst meine Hand die Larve.

Mir gilt des Bettlers hohle Hand
und gramzerfressne Miene
mehr als der Fürstenhöfe Tand
und blutige Hermeline. -
Und tobt im Ost der Schwertertanz,
und saust das Blei, das rasche -
auf aller Kronen Faschingsglanz
streu ich die Handvoll Asche!

Ob Kirchen- oder Festungssturm,
sie wanken beid auf Erden
und werden einst vom Wirbelsturm
zu Staub zerblasen werden.
Und reißt der letzten Narretei
der bunte Rock in Fetzen,
dann soll die Menschheit, nackt und frei,
sich an die Tafel setzen.

Clara Müller-Jahnke (1860-1905)

die Autorin: geb. am 5. Februar 1860 in Lenzen bei Belgard in Hinterpommern als Tochter des Pfarrers, im Alter von sieben Jahren beginnt sie zu dichten, 1873 stirbt der Vater,
1876 Besuch einer Handelsschule in Berlin,
1877 Abschluss der Handelsschule als Buchhalterin, kurze Anstellung in einem Fabrik- und Handlungshaus in Berlin, Rückkehr nach Belgard,
1884 Übersiedlung nach Kolberg, wo sie an der Volksschule unterrichtet, sie beginnt, Novellen, Aufsätzen, Essays und Gedichten in verschiedenen Zeitschriften zu veröffentlichen, u.a. in »Neuland«, in der »Deutschen Romanzeitung«, in den Breslauer »Monatsblättern«,in der »Monatsschrift für neue Litteratur und Kunst« und in der »Gesellschaft«, Mitarbeit an den sozialdemokratischen Zeitschriften »Neue Welt« und »Gleichheit«,
1889 wird sie Redakteurin der »Zeitung für Pommern« in Kolberg, dort bleibt sie mehr als 10 Jahre um die kranke Mutter pflegen zu können, nach dem Tod der Mutter gibt sie ihre Stellung auf und reist nach Neapel, in Capri lernt sie den Orientmaler Oskar Jahnke kennen, den sie 1902 heiratet,
Gemeinsame Übersiedlung nach Berlin- Wilhelmshagen, Freundschaft mit Heinrich und Julius Hart, sie stirbt am 4. November 1905 in Berlin-Wilhelmshagen.


 

Februarschnee

Februarschnee tut nicht mehr weh,
denn der März ist in der Näh!
aber im März
hüte das Herz,
daß es zu früh nicht knospen will!
warte, warte und sei still!

Und wär der sonnigste Sonnenschein,
und wär es noch so grün auf Erden,
warte, warte und sei still:
es muß erst April gewesen sein,
bevor es Mai kann werden!

Cäsar Flaischlen (1864-1920)

aus: Aus den Lehr- und Wanderjahren des Lebens / Über die Brücke
Biografielink: http://www.flaischlen.de/biografie.htm


 

Ein Lied aus meiner Zeit

Ein politisch Lied, ein garstig Lied!
So dachten die Dichter mit Göthen
Und glaubten, sie hätten genug gethan,
Wenn sie könnten girren und flöten
Von Nachtigallen, von Lieb und Wein,
Von blauen Bergesfernen,
Von Rosenduft und Lilienschein,
Von Sonne, Mond und Sternen.

Ein politisch Lied, ein garstig Lied!
So dachten die Dichter mit Göthen
Und glaubten, sie hätten genug gethan,
Wenn sie könnten girren und Flöten -
Doch anders dachte das Vaterland:
Das will von der Dichterinnung
Für den verbrauchten Leiertand
Nur Muth und biedre Gesinnung.

Ich sang nach alter Sitt' und Brauch
Von Mond und Sternen und Sonne,
Von Wein und Nachtigallen auch,
Von Liebeslust und Wonne.
Da rief mir zu das Vaterland:
Du sollst das Alte lassen,
Den alten verbrauchten Leiertand,
Du sollst die Zeit erfassen!

Denn anders geworden ist die Welt,
Es leben andere Leute;
Was gestern noch stand, schon heute fällt,
Was gestern nicht galt, gilt heute.
Und wer nicht die Kunst in unserer Zeit
Weiß gegen die Zeit zu richten,
Der werde nun endlich bei Zeiten gescheit
Und lasse lieber das Dichten!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

aus: Deutsche Lieder aus der Schweiz. (1841)

der Autor: geb. am 2. April 1798 in Fallersleben (bei Braunschweig).
1819 wird er Bibliothekssekretär in Bonn. 1821 Studienreise in Holland.
1823 erhält er eine Anstellung als Kustos der Zentral-Bibliothek in Breslau. Dort habilitiert er 1835 zum ordentlichen Professor der deutschen Sprache und Literatur.
1842 wird er aus dem Staatsdienst entlassen und führt ein Wanderleben, das 1854 in Weimar endet.
Ab 1860 ist er Bibliothekar des Herzogs von Ratibor zu Corvey. Dort stirbt er am 19. Januar 1874.


 

Herz, mein Herz, sei nicht beklommen

Herz, mein Herz, sei nicht beklommen,
Und ertrage dein Geschick.
Neuer Frühling gibt zurück,
Was der Winter dir genommen.

Und wie viel ist dir geblieben,
Und wie schön ist noch die Welt!
Und, mein Herz, was dir gefällt,
Alles, alles darfst du lieben!

Heinrich Heine (1797-1856)

aus: Buch der Lieder
Buchempfehlung: Sämtliche Gedichte in zeitlicher Folge
von Heinrich Heine. 917 Seiten, Insel Verlag, 10 Euro


 

Spruch des Konfuzius

Dreifach ist des Raumes Maß:
Rastlos fort ohn Unterlaß
Strebt die Länge, fort ins weite
Endlos gießet sich die Breite,
Grundlos senkt die Tiefe sich.

Dir ein Bild sind sie gegeben:
Rastlos vorwärts mußt du streben,
Nie ermüdet stille stehn,
Willst du die Vollendung sehn;
Mußt ins Breite dich entfalten,
Soll sich dir die Welt gestalten;
In die Tiefe mußt du steigen,
Soll sich dir das Wesen zeigen.

Nur Beharrung führt zum Ziel,
Nur die Fülle führt zur Klarheit,
Und im Abgrund wohnt die Wahrheit.

Friedrich Schiller (1759-1805)

aus: Gedichte. Erster Teil (1804). Zum 200. Todestag erscheinen im Schillerjahr 2005 zahlreiche neue Publikationen. Eine Empfehlung: Schiller oder Die Erfindung des Deutschen Idealismus Biographie von Rüdiger Safranski, Hanser Verlag, 2004

 


Hinweis zu den beiden folgenden Gedichten:
http://christian-morgenstern.de/dcma/index.php?title=Nicht_von_Morgenstern

(nachträgliche Änderung Januar 2006; an dieser Stelle war irrtümlich eine im Internet kursierende Mischung der zwei Gedichte wiedergegeben)

Ich wünsche dir fürs neue Jahr

Ich wünsche dir fürs neue Jahr
das große Glück in kleinen Dosen.
Das alte lässt sich ohnehin
nicht über Nacht verstoßen.

Was du in ihm begonnen hast
mit Mut und rechter Müh’,
das bleibt dir auch noch Glück und Last
in neuer Szenerie.

Erwarte nicht vom ersten Tag
des neuen Jahres gleich zuviel!
Du weißt nicht, wie er’s treiben mag,
es bleibt beim alten Spiel.

Ob gute Zeit, ob schlechte Zeit,
wie sie von Gott gegeben,
so nimm sie an und steh bereit
und mach daraus dein Leben!

Elli Michler, * 1923, Dir zugedacht,
© Don Bosco Verlag, München 2004

 

 

Schicksalsspruch

Unhemmbar rinnt und reißt der Strom der Zeit,
in dem wir gleich verstreuten Blumen schwimmen,
unhemmbar braust und fegt der Sturm der Zeit,
wir riefen kaum, verweht sind unsre Stimmen.
Ein kurzer Augenaufschlag ist der Mensch,
den ewige Kraft auf ihre Werke tut;
ein Blinzeln - der Geschlechter lange Reihn,
ein Blick - des Erdballs Werden und Verglut.

Christian Morgenstern

 


 

Weihnachtsbäume

Nun kommen die vielen Weihnachtsbäume
aus dem Wald in die Stadt herein.
Träumen sie Ihre Waldesträume
wieder beim Laternenschein?

Könnten sie sprechen! Die holden Geschichten
von der Waldfrau, die Märchen webt,
was wir uns erst alles erdichten,
sie haben das alles wirklich erlebt.
Da steh´n sie nun an den Straßen und schauen
wunderlich und fremd darein,
als ob sie der Zukunft nicht trauen,
es muß doch was im Werke sein!
Freilich, wenn sie dann in den Stuben
im Schmuck der hellen Kerzen stehn,
und den kleinen Mädchen und Buben
in die glänzenden Augen sehn,

Dann ist ihnen auf einmal, als hätte
ihnen das alles schon mal geträumt,
als sie noch im Wurzelbette
den stillen Waldweg eingesäumt.
Dann stehen sie da, so still und selig,
als wäre ihr heimlichstes Wünschen erfüllt,
als hätte sich ihnen doch allmählich
ihres Lebens Sinn enthüllt;
Als wären sie für Konfekt und Lichter
vorherbestimmt, und es müßte so sein,
und ihre spitzen Nadelgesichter
sehen ganz verklärt darein.

Gustav Falke (1853-1916)

 


Das Weihnachtsbäumlein

Es war einmal ein Tännelein
mit braunen Kuchenherzlein
und Glitzergold und Äpflein fein
und vielen bunten Kerzlein:
Das war am Weihnachtsfest so grün
als fing es eben an zu blühn.

Doch nach nicht gar zu langer Zeit,
da stands im Garten unten,
und seine ganze Herrlichkeit
war, ach, dahingeschwunden.
die grünen Nadeln warn'n verdorrt,
die Herzlein und die Kerzlein fort.

Bis eines Tags der Gärtner kam,
den fror zu Haus im Dunkeln,
und es in seinen Ofen nahm -
Hei! Tats da sprühn und funkeln!
Und flammte jubelnd himmelwärts
in hundert Flämmlein an Gottes Herz.

Christian Morgenstern (1871 - 1914)

 


 

Komm in den totgesagten park und schau

Komm in den totgesagten park und schau:
Der schimmer ferner lächelnder gestade.
Der reinen wolken unverhofftes blau
Erhellt die weiher und die bunten pfade.

Dort nimm das tiefe gelb. das weiche grau
Von birken und von buchs. der wind ist lau.
die späten rosen welkten noch nicht ganz.
Erlese küsse sie und flicht den kranz.

Vergiss auch diese letzten astern nicht.
Den purpur um die ranken wilder reben.
Und auch was übrig blieb von grünem leben
Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.

Stefan George (1868-1933)

der Autor:
geb. am 12.7.1868 in Büdesheim, gest. am 04.12.1933 in Locarno
Biographielink: http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/GeorgeStefan/


 

Novemberlied

Dem Schützen, doch dem alten nicht,
Zu dem die Sonne flieht,
Der uns ihr fernes Angesicht
Mit Wolken überzieht,

Dem Knaben sei dies Lied geweiht,
Der zwischen Rosen spielt,
Uns höret und zur rechten Zeit
Nach schönen Herzen zielt.

Durch ihn hat uns des Winters Nacht,
So häßlich sonst und rauh,
Gar manchen werten Freund gebracht
Und manche liebe Frau.

Von nun an soll sein schönes Bild
Am Sternenhimmel stehn,
Und er soll ewig, hold und mild,
Uns auf- und untergehn.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Goethe wurde am 28.8.1749 in Frankfurt(Main) geboren und starb am 22.3.1832 in Weimar.

Eine sehr gute Linksammlung finden Sie hier: http://www.goethe.de/os/hon/aut/degoe.htm

Buchtipp: Johann Wolfgang Goethe: Verweile doch
111 Gedichte mit Interpretationen. Herausgegeben von Marcel Reich-Ranicki
Insel Verlag 1997, 10 Euro, bei lesen.de versandkostenfrei


Die schlesischen Weber

Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
"Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöten
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpreßt,
Und uns wie Hunde erschießen läßt -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt -
Wir weben, wir weben!

Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht -
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch,
Wir weben, wir weben!"

Heinrich Heine (1797-1856)

"Die schlesischen Weber" erschien erstmals 1844.
Biografielink: http://gutenberg.spiegel.de/autoren/heine.htm
Buchempfehlung: Sämtliche Gedichte in zeitlicher Folge von Heinrich Heine. 917 Seiten, Insel Verlag, 10 Euro


 

November

Solchen Monat muß man loben:

Keiner kann wie dieser toben,
keiner so verdrießlich sein
und so ohne Sonnenschein!
Keiner so in Wolken maulen,
keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie naß er alles macht!
Ja, es ist 'ne wahre Pracht.

Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
wie sie tanzen in dem Wind
und so ganz verloren sind!
Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
und sie durcheinander wirbelt
und sie hetzt ohn' Unterlaß:
Ja, das ist Novemberspaß!

Und die Scheiben, wie sie rinnen!
Und die Wolken, wie sie spinnen
ihren feuchten Himmelstau
ur und ewig, trüb und grau!
Auf dem Dach die Regentropfen:
Wie sie pochen, wie sie klopfen!
Schimmernd hängt's an jedem Zweig,
einer dicken Träne gleich.

Oh, wie ist der Mann zu loben,
der solch unvernüft'ges Toben
schon im voraus hat bedacht
und die Häuser hohl gemacht;
sodaß wir im Trocknen hausen
und mit stillvergnügtem Grausen
und in wohlgeborgner Ruh
solchem Greuel schauen zu.

Heinrich Seidel (1842-1906)

der Autor: geb. am 25.6.1842 Perlin (Mecklenburg) als Sohn eines Pfarrers,
1860-1862 Studium am Polytechnikum in Hannover,
ab 1866 an der Gewerbeakademie in Berlin,
ab 1868 Ingenieur in einer Maschinenfabrik in Berlin, er konstruiert als Ingenieur die freitragende Stahlüberdachung des Anhalter Bahnhofs,
ab 1880 lebt er als freier Schriftsteller u. schildert in Erzählungen die idyllischen Seiten des bürgerlichen Lebens,
er stirbt am 7.11.1906 Großlichterfelde.


Ich bin zu Hause

Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum.
Dort wo die Kinder schläfern, heiß vom Hetzen,
dort wo die Alten sich zu Abend setzen,
und Herde glühn und hellen ihren Raum.

Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum.
Dort wo die Abendglocken klar verlangen
und Mädchen, vom Verhallenden befangen,
sich müde stützen auf den Brunnensaum.

Und eine Linde ist mein Lieblingsbaum;
und alle Sommer, welche in ihr schweigen,
rühren sich wieder in den tausend Zweigen
und wachen wieder zwischen Tag und Traum.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

der Autor: geb am 4.12.1875 in Prag als Sohn eines Militärbeamten,
1886 bis 1891 Besuch der Militärschule St. Pölten, danach Militär-Oberrealschule in Mährisch-Weiß- kirchen, Studium der Kunst- u. Literaturgeschichte in Prag, München u. Berlin,
1899/1900 Rußlandreise mit Lou Andreas-Salomé, Begegnung mit Tolstoi,
1900 lässt er sich in der Malerkolonie Worpswede nieder u. heiratet die Bildhauerin Clara Westhoff, von der er sich 1902 trennt,
1905 wird er für 8 Monate der Privatsekretär von Rodin in Paris, Reisen nach Nordafrika, Ägypten, Spanien,
1911/12 lebt er auf Schloß Duino an der Adria bei der Fürstin Marie v. Thurn u. Taxis, im 1. Weltkrieg in München, aus Gesundheitsgründen wird er aus dem österreichischen Landsturm entlassen, nach Kriegsende 1920 in Berg am Irschel (Schweiz),
ab 1921 auf Schloß Muzot im Kanton Wallis, das ihm sein Mäzen Werner Reinhart zur Verfügung stellt, er stirbt am 29.12.1926 im Sanatorium Val-Mont bei Montreux an Leukämie.

Hörtipp: Rilke Projekt "Überfließende Himmel"
Teil III des Rilke Projekts mit den Stimmen von Sir Peter Ustinov, Ben Becker, Hannelore Elsner u.v.a.


 

Herbstlied

1782.

Bunt sind schon die Wälder,
Gelb die Stoppelfelder,
Und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
Graue Nebel wallen,
Kühler weht der Wind.

Wie die volle Traube,
Aus dem Rebenlaube,
Purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen
Pfirsiche mit Streifen
Rot und weiß bemalt.

Sieh! Wie hier die Dirne
Emsig Pflaum' und Birne
In ihr Körbchen legt!
Dort, mit leichten Schritten,
Jene goldne Quitten
In den Landhof trägt!

Flinke Träger springen,
Und die Mädchen singen,
Alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben,
Zwischen hohen Reben,
Auf dem Hut von Stroh!

Geige tönt und Flöte
Bei der Abendröte
Und im Mondenglanz;
Junge Winzerinnen
Winken und beginnen
Deutschen Ringeltanz.

Johann Gaudenz von Salis-Seewis (1762-1834)

der Autor: geb. am 16.12.1762 auf Schloß Bothmar, schweizer. Schriftsteller, Offizier der Schweizergarde in Versailles, Günstling Marie-Antoinettes, 1789/90 Reisen nach Deutschland, u.a. Weimar
vor allem sehr formgewandte Gedichte, natur- und heimatverbunden, gest. am 29.01.1834


 

Zueignung

Ich habe Dir in ernsten stillen Stunden,
Betrachtungsvoll in heil'ger Einsamkeit,
Die Blumen dieser und vergangner Zeit,
Die mir erblüht, zu einem Kranz gewunden.

Von Dir, ich weiß es, wird der Sinn empfunden,
Der in des Blüthenkelchs Verschwiegenheit
Nur sichtbar wird dem Auge, das geweiht
Im Farbenspiel den stillen Geist gefunden.

Es flechten Mädchen so im Orient
Den bunten Kranz; daß vielen er gefalle,
Wetteifern unter sich die Blumen alle.

Doch Einer ihren tiefern Sinn erkennt,
Ihm sind Symbole sie nur, äußre Zeichen;
Sie reden ihm, obgleich sie alle schweigen.

Karoline von Günderode (1780-1806)

Die Autorin: geb. am 11.2. 1780 in Karlsruhe, sie stammt aus einem alten Adelsgeschlecht u. lebt als Stiftsdame in Frankfurt/M., frühe Feundschaft mit Clemens Brentano u. Bettina v.n Arnim, Brentano entdeckt ihr dichterisches Talent, Goethe nennt ihr 1804 unter dem Pseudonym "Tian" erschienenes Buch: "eine wirklich merkwürdige Erscheinung", 1805 veröffentlicht sie die "Poetischen Fragmente", am 26. Juli 1806 ertränkt sie sich im Rhein aus unglücklicher Liebe zu dem für sie unerreichbar erscheinenden Heidelberger Sprachforscher Friedrich Creutzer.
Biografielink: http://www.wortblume.de/dichterinnen/guende_b.htm


 

An den Mistral.
Ein Tanzlied.

Mistral-Wind, du Wolken-Jäger,
Trübsal-Mörder, Himmels-Feger,
Brausender, wie lieb' ich dich!
Sind wir Zwei nicht Eines Schoosses
Erstlingsgabe, Eines Looses Vorbestimmte ewiglich?

Hier auf glatten Felsenwegen
Lauf' ich tanzend dir entgegen,
Tanzend, wie du pfeifst und singst:
Der du ohne Schiff und Ruder
Als der Freiheit freister Bruder
Ueber wilde Meere springst.

Kaum erwacht, hört' ich dein Rufen,
Stürmte zu den Felsenstufen,
Hin zur gelben Wand am Meer.
Heil! da kamst du schon gleich hellen
Diamantnen Stromesschnellen
Sieghaft von den Bergen her.

Auf den ebnen Himmels-Tennen
Sah ich deine Rosse rennen,
Sah den Wagen, der dich trägt,
Sah die Hand dir selber zücken,
Wenn sie auf der Rosse Rücken
Blitzesgleich die Geissel schlägt,

Sah dich aus dem Wagen springen,
Schneller dich hinabzuschwingen,
Sah dich wie zum Pfeil verkürzt
Senkrecht in die Tiefe stossen,
Wie ein Goldstrahl durch die Rosen
Erster Morgenröthen stürzt.

Tanze nun auf tausend Rücken,
Wellen-Rücken, Wellen-Tücken
Heil, wer neue Tänze schafft!
Tanzen wir in tausend Weisen,
Frei sei unsre Kunst geheissen,
Fröhlich unsre Wissenschaft!

Raffen wir von jeder Blume
Eine Blüthe uns zum Ruhme
Und zwei Blätter noch zum Kranz!
Tanzen wir gleich Troubadouren
Zwischen Heiligen und Huren,
Zwischen Gott und Welt den Tanz!

Wer nicht tanzen kann mit Winden,
Wer sich wickeln muss mit Binden,
Angebunden, Krüppel-Greis,
Wer da gleicht den Heuchel-Hänsen,
Ehren-Tölpeln, Tugend-Gänsen,
Fort aus unsrem Paradeis!

Wirbeln wir den Staub der Strassen
Allen Kranken in die Nasen,
Scheuchen wir die Kranken-Brut!
Lösen wir die ganze Küste
Von dem Odem dürrer Brüste,
Von den Augen ohne Muth!

Jagen wir die Himmels-Trüber,
Welten-Schwärzer, Wolken-Schieber,
Hellen wir das Himmelreich!
Brausen wir oh aller freien
Geister Geist, mit dir zu Zweien
Braust mein Glück dem Sturme gleich.

Und dass ewig das Gedächtniss
Solchen Glücks, nimm mein Vermächtniss,
Nimm den Kranz hier mit hinauf!
Wirf ihn höher, ferner, weiter,
Stürm empor die Himmelsleiter,
Häng ihn an den Sternen auf!

Friedrich Nietzsche (1844-1900)

Biographielink: http://gutenberg.spiegel.de/autoren/nietzsch.htm
Buchtipp: Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Bänden.
Herausgegeben von G. Colli und M. Montinari. 99,00 Euro


Lied eines Verliebten

In aller Früh, ach, lang vor Tag,
Weckt mich mein Herz, an dich zu denken,
Da doch gesunde Jugend schlafen mag.

Hell ist mein Aug um Mitternacht,
Heller als frühe Morgenglocken:
Wann hättst du je am Tage mein gedacht?

Wär ich ein Fischer, stünd ich auf,
Trüge mein Netz hinab zum Flusse,
Trüg herzlich froh die Fische zum Verkauf.

In der Mühle, bei Licht, der Müllerknecht
Tummelt sich, alle Gänge klappern;
So rüstig Treiben wär mir eben recht!

Weh, aber ich! o armer Tropf!
Muß auf dem Lager mich müßig grämen,
Ein ungebärdig Mutterkind im Kopf.

Eduard Mörike (1804-1875)

der Autor: geb. am 8.September 1804 in Ludwigsburg, er besuchte die Lateinschule und ab 1818 das Seminar in Urach, 1826 begann er eine Tätigkeit als Vikar in Nürtingen, 1827/1828 arbeitete er als Redakteur bei einer Zeitschrift, 1834-1843 war er Pfarrer in Cleversulzbach, er wurde vorzeitig pensioniert, war dann u.a. Lehrer in Stuttgart, 1855 Hofrat und erhielt 1856 eine Professur, ab 1871 lebte er wieder in Stuttgart, Mörike starb am 4.Juni.1875 in Stuttgart.

Buchtipp: Veronika Beci: Eduard Mörike. Die gestörte Idylle. Biographie.
Artemis & Winkler, Februar 2004, 26,00 Euro


August

So hat man nichts als immer Regen,
Es plätschert laut, es rieselt still,
Es sammelt Dreck auf allen Wegen,
Wie Gott es will.

Man fühlt sich gänzlich auf dem Hunde
Und kommt so weit, wenn's immer gießt,
Daß man in einer solchen Stunde
Die Zeitung liest.

Auf Seite zwei die Redeflüsse
In Bayerns Sommerparlament -
Das ist der schönste der Genüsse!
Kreuzsakrament!

Man hört den Regen, liest die Seiche
Und hat so das Gefühl dabei,
Man trete in das Windelweiche,
In lauter Brei.

Ludwig Thoma (1867-1921)

der Autor: geb. am 21.1.1867 in Oberammergau als Sohn eines Oberförsters, Studium der Forstwissenschaft, später dann Jura in München und Erlangen,
1893 bis 1899 Tätigkeit als Rechtsanwalt in Dachau, danach in München, ab 1899 Mitarbeiter des "Simplicissimus", ab 1907 des "März",
im 1. Weltkrieg wird er als Krankenpfleger eingesetzt, danach lebt er in München und Rottach-Egern, er stirbt am 26.8.1921 in Rottach/Tegernsee
Buchtip: Lausbubengeschichten und andere Erzählungen von Ludwig Thoma
544 Seiten, Komet Verlag, August 2003.


 

Wolkenbildung

Stratus

Wenn von dem stillen Wasserspiegel-Plan
Ein Nebel hebt den flachen Teppich an,
Der Mond, dem Wallen des Erscheins vereint,
Als ein Gespenst Gespenster bildend scheint,
Dann sind wir alle, das gestehn wir nur,
Erquickt', erfreute Kinder, o Natur!
Dann hebt sichs wohl am Berge, sammelnd breit,
An Streife Streifen, so umdüsterts weit
Die Mittelhöhe, beidem gleich geneigt,
Obs fallend wässert oder luftig steigt.

Cumulus

Und wenn darauf zu höhrer Atmosphäre
Der tüchtige Gehalt berufen wäre,
Steht Wolke hoch, zum herrlichsten geballt,
Verkündet, festgebildet, Machtgewalt,
Und, was ihr fürchtet und auch wohl erlebt,
Wie's oben drohet, so es unten bebt.

Cirrus

Doch immer höher steigt der edle Drang!
Erlösung ist ein himmlisch leichter Zwang.
Ein Aufgehäuftes, flockig löst sichs auf,
Wie Schäflein tripplend, leicht gekämmt zuhauf.
So fließt zuletzt, was unten leicht entstand,
Dem Vater oben still in Schoß und Hand.

Nimbus

Nun laßt auch niederwärts, durch Erdgewalt
Herabgezogen, was sich hoch geballt,
In Donnerwettern wütend sich ergehn,
Heerscharen gleich entrollen und verwehn! -
Der Erde tätig leidendes Geschick!
Doch mit dem Bilde hebet euren Blick.-
Die Rede geht herab, denn sie beschreibt;
Der Geist will aufwärts, wo er ewig bleibt.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

 

 

Goethe wurde am 28.8.1749 in Frankfurt(Main) geboren und starb am 22.3.1832 in Weimar. Eine sehr gute Linksammlung finden Sie hier: http://www.goethe.de/os/hon/aut/degoe.htm

Buchtipp: Des Sommers letzte Rosen von Dirk Ippen, Verlag C.H. Beck, 10,00 Euro Dieses Buch enthält einhundert deutsche Gedichte aus einem Zeitraum von fast tausend Jahren. Die Herausgeber haben die wichtigsten Anthologien, die zwischen den Jahren 1900 und 1999 erschienen sind, zu Rate gezogen und daraus eine "Hitliste" der beliebtesten Gedichte zusammengestellt. Goethe, Heine und Schiller sind hier ebenso vertreten wie die moderne Lyrik mit Rilke, George, Trakl, Brecht, Kästner und Celan.


Ältere "Gedichte der Woche", Schuljahr 2003-2004