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Gedichte veröffentlicht, Donald Marquis (1878 - 1937) |
neueste Gedichte sind oben
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Fronleichnamsprozession O weites Land des Sommers und der Winde, Die Erde dämmert von den Düften allen, Des Feldwegs Brücke steigt im halben Bogen, Die Brücke schwankt herauf die erste Fahne. Man hört Gesang. Die jungen Priester kommen. In weißen Kleidchen kommen Kinder singend. Die Kirchenbilder kommen auf Altären. Im Baldachine glänzt des Bischofs Krone. Der Truhen Glanz weht um die alte Tracht. Der Zug wird kleiner. Der Gesang verhallt. Der Mittag kommt. Es schläft das weite Land, Georg Heym (1887-1912) |
aus: Heym. Ausgewählte Gedichte. (1912)
der Autor : geb. am 30. Oktober 1887 in Hirschberg (Schlesien).
Am 16. Januar 1912 verunglückte er tödlich beim Schlittschuhlaufen auf der
Havel, als er einem Freund Ernst Balcke das Leben retten wollte. 1907 Abitur,
dem väterlichen Wunsch entsprechend nahm Heym das Jurastudium auf. Er studierte
in Würzburg und Jena und in Berlin, 1911 erste juristische Staatsprüfung,
er schrieb sich am Orientalischen Seminar der Berliner Universität ein, um
Dragoman zu werden; zugleich bewarb er sich bei mehreren Regimentern um eine
Stelle als Offiziersanwärter, bereits zu Schulzeiten schrieb er Gedichte und
verfasste seit Ende 1904 ein Tagebuch, das er bis zu seinem Tod weiterführte.
Das letzte Heft trägt den bezeichnenden Titel 'Tagebuch des Georg Heym. Der
nicht den Weg weiß'. Durch seine Lyrik wurde Heym mit dem Kreis des Berliner
Neuen Clubs bekannt, in dem die damalige junge Generation von Dichtern sich
versammelte. Daneben las er in Kurt Hillers Neopathetischem Cabaret, einem
weiteren Forum des Expressionismus. 1911 erschien im Rowohlt-Verlag Heyms
erfolgreicher Gedichtband 'Der ewige Tag'. 1912 kam 'Umbra vitae' heraus.
Heym schrieb auch Erzählungen, die 1913 posthum im Sammelband 'Der Dieb. Ein
Novellenbuch' veröffentlicht wurden. Einen weiteren Text zu Fronleichnam finden
Sie hier: http://www.lyrikpost.de/blog/2005/05/26/lyrikmail-1040-grillparzer-fronleichnam/
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Gottlieb Konrad Pfeffel (1736-1809) Die Fackel An Herrn Doctor Leß. Als bange Finsterniß Egyptenland Freund Gottes und mein Freund, der die Religion
aus: Pfeffel. Fabeln und Erzählungen. 1761 |
* der Autor: geboren am 19. November 1921 in Bad Kösen/Saale,
ist ein deutscher Kinderbuchautor.
geb. am 28.6.1736 in Colmar; gestorben am 1.5.1809 in Colmar.
Biographielink: http://gutenberg.spiegel.de/autoren/pfeffel.htm
Peffels erfolgreiche Gelegenheitsgedichte wurden von Freunden ohne sein Wissen
seit 1759 in der Straßburger Wochenschrift »Der Sammler« gedruckt. Peffel
selbst druckte erstmals 1761 eine dreibändige Sammlung: Poetische Versuche,
Frankfurt a. M. Diese Sammlung ergänzte u. veränderte Pfeffel später mehrfach,
indem er inzwischen erschienene Gedicht- u. Fabelbände berücksichtigte.
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Heinrich Heine (1797-1856) Die Wahlesel Die Freiheit hat man satt am End', Jedwede Tiergattung versammelte sich, Das Komitee der Esel ward Es gab eine kleine Pferdepartei, Als einer jedoch die Kandidatur Du bist ein Verräter, es fließt in dir Du stammst vom Zebra vielleicht, die Haut, Und wärst du kein Fremdling, so bist du doch nur Ich aber versenkte die Seele ganz Ich bin kein Römling, ich bin kein Slaw'; Sie spielten nicht mit Galanterei Die Väter sind nicht tot! Im Grab Verklärte Esel im Glorialicht! O welche Wonne, ein Esel zu sein! Der große Esel, der mich erzeugt, Ich bin ein Esel, und will getreu, Und weil ich ein Esel, so rat ich euch, Wir alle sind Esel! I-A! I-A! So sprach der Patriot. Im Saal Sie haben des Redners Haupt geschmückt
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der Autor : geb. am 13.12.1797 in Düsseldorf, gest. am 17.2.1856
in Paris
Biographielink: http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Heine
Hugo von Hofmannsthal Ballade des äußeren Lebens Und Kinder wachsen auf mit tiefen Augen,
Und süße Früchte werden aus den herben
Und immer weht der Wind, und immer wieder
Und Straßen laufen durch das Gras, und Orte
Wozu sind diese aufgebaut? und gleichen
Was frommt das alles uns und diese Spiele,
Was frommts, dergleichen viel gesehen haben?
Wie schwerer Honig aus den hohlen Waben. |
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Karoline von Günderode (1780-1806) Ägypten Blau ist meines Himmels Bogen, Meine Bäche fließen träge, Meine Sonn', ein gierig Feuer, Schwer entschlummert sind die Kräfte, |
Die Autorin: geb. am 11. 2. 1780 in Karlsruhe, frühe Feundschaft mit Clemens Brentano u. Bettina v.n Arnim, Brentano entdeckt ihr dichterisches Talent, Goethe nennt ihr 1804 unter dem Pseudonym "Tian" erschienenes Buch: "eine wirklich merkwürdige Erscheinung", 1805 veröffentlicht sie die "Poetischen Fragmente", am 26. Juli 1806 ertränkt sie sich im Rhein aus unglücklicher Liebe zu dem für sie unerreichbar erscheinenden Heidelberger Sprachforscher Friedrich Creutzer.
Buch-Tipp: Bettina von Arnim: Die Günderode "Man kann das Buch aufschlagen, wo man will, auf jeder Seite trifft man auf Sätze, die bedacht und unterstrichen, herausgenommen und gewendet werden wollen" (Die Zeit). Insel Verlag Frankfurt, 15 Euro
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Theodor Fontane Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland |
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Anonym Merseburger Zaubersprüche | |
| I Eiris sazun idisi, sazun hera duoder. suma hapt heptidun, suma heri lezidun, suma clubodun umbi cuoniowidi: insprinc haptbandun, invar vigandun. | I Einmal setzten sich Frauen, saßen hier, saßen dort. Einige hefteten Fesseln fest, einige hielten das Heer auf, einige griffen an die starken Stricke: "Entspring den Fesseln, entkomm den Feinden!" |
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Die ausführlichen Anmerkungen zu diesem Text lesen Sie hier:
http://lyrikpost.de/blog/index.php/2007/06/14/355/
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Text des Originals: Frühe deutsche Literatur und lateinische Literatur in
Deutschland 800-1150.
Herausgegeben von Walter Haug und Benedikt Konrad Vollmann. Frankfurt am Main
1991.
Übersetzung: Martin Schuhmann Kontakt:
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/inst_ii/ADL/mitglieder/schuhmann/
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Walther von der Vogelweide Saget mir ieman, waz ist minne? I |
Walther von der Vogelweide Sagt mir jemand, was die Liebe ist? I |
| II Ob ich rehte râten kunne waz die minne sî, so sprechent denne jâ. minne ist zweier herzen wunne: teilent sie gelîche, so ist die minne dâ. Sol sie aber ungeteilet sîn, sônekan sie ein herze aleine niht enthalden. owê, woltestû mir helfen, vrouwe mîn! |
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* der Autor
Über mittelhochdeutsche Autoren wissen wir (fast) nichts sicher, über Walther,
den wahrscheinlich bedeutendsten, aber sicher vielseitigsten deutschen Minnesänger,
wenigstens eine Kleinigkeit: Er hat am 12. November 1203 in Zeiselmauer bei
Wien vom Passauer Bischof Geld erhalten, um einen Pelzrock zu kaufen. Sonst
hat Walther sein Leben wohl als fahrender Berufssänger verbracht: In seinen
Liedern spricht er von einer Ausbildung als Minnesänger und Spruchdichter
am österreichischen Hof in Wien, und dass er diesen Hof später verlassen musste.
Darauf hat er an vielen verschiedenen Höfen gesungen und wechselnden Herren
mit seiner politischen Liedkunst gedient. Im Lusamgärtlein des Würzburger
Neumünsters wird heute noch sein Grab gezeigt, vielleicht liegt Walther dort
auch.
* Buchempfehlung : Walther von der Vogelweide. Leich - Lieder - Sangsprüche.
| Wilhelm Busch (1832-1908) Trauriges Resultat einer vernachlässigten Erziehung Ach, wie oft kommt uns zu Ohren, Daß ein Mensch was Böses tat, Was man sehr begreiflich findet, Wenn man etwas Bildung hat. Manche Eltern sieht man lesen In der Zeitung früh bis spät; Aber was will dies bedeuten, Wenn man nicht zur Kirche geht! Denn man braucht nur zu bemerken, Wie ein solches Ehepaar Oft sein eignes Kind erziehet. Ach, das ist ja schauderbar! Ja, zum Ins-Theater-Gehen, Ja, zu so was hat man Zeit Abgesehn von andren Dingen - Aber wo ist Frömmigkeit? Zum Exempel, die Familie, Die sich Johann Kolbe schrieb, Hat es selbst sich zuzuschreiben, Daß sie nicht lebendig blieb. Einen Fritz von sieben Jahren Hatten diese Leute bloß, Außerdem, obschon vermögend, Waren sie ganz kinderlos. Nun wird mancher wohl sich denken: Fritz wird gut erzogen sein, Weil ein Privatier sein Vater; Doch da tönt es leider: Nein! Alles konnte Fritzchen kriegen, Wenn er seine Eltern bat, Äpfel-, Birnen-, Zwetschgenkuchen, Aber niemals guten Rat. Das bewies der Schneider Böckel, Wohnhaft Nr. 5 am Eck; Kaum daß dieser Herr sich zeigte, Gleich schrie Fritzchen: "Meck, meck, meck!" Oftmals, weil ihn dieses kränkte, Kam er und beklagte sich, Aber Fritzchens Vater sagte: Dieses wäre lächerlich. Wozu aber soll das führen, Ganz besonders in der Stadt, Wenn ein Kind von seinen Eltern Weiter nichts gelernet hat? So was nimmt kein gutes Ende. - Fast verging ein ganzes Jahr, Bis der Zorn in diesem Schneider Eine schwarze Tat gebar. Unter Vorwand eines Kuchens Lockt er Fritzchen in sein Haus, Und mit einer großen Schere Bläst er ihm das Leben aus. Kaum hat Böckel dies verbrochen, Als es ihn auch schon geniert, Darum nimmt er Fritzchens Kleider, Welche grün und blau kariert. Fritzchen wirft er schnell ins Wasser, Daß es einen Plumpser tut, Kehrt beruhigt dann nach Hause, Denkend: So, das wäre gut! Ja, es setzte dieser Schneider An die Arbeit sich sogar, Welche eines Tandlers Hose Und auch sehr zerrissen war. Dazu nahm er Fritzchens Kleider, Weil er denkt: Dich krieg' ich schon! Aber ach! Ihr armen Eltern, Wo ist Fritzchen, euer Sohn? In der Küche steht die Mutter, Wo sie einen Fisch entleibt, Und sie macht sich große Sorge: Wo nur Fritzchen heute bleibt? Als sie nun den Fisch aufschneidet, Da war Fritz in dessen Bauch. - Tot fiel sie ins Küchenmesser, "Fritzchen!" war ihr letzter Hauch. Wie erschrak der arme Vater, Der grad eine Prise nahm; Heftig fängt er an zu niesen, Welches sonst nur selten kam. Stolpern und durchs Fenster stürzen, Ach, wie bald ist das geschehn! Ach! Und Fritzchens alte Tante Muß auch grad vorübergehn. Dieser fällt man auf den Nacken, Knacks! Da haben wir es schon! - Beiden teuren Anverwandten Ist die Seele sanft entflohn. Drob erstaunten viele Leute, Und man munkelt allerlei, Doch den wahren Grund der Sache Fand die wackre Polizei. Nämlich eins war gleich verdächtig: Fritz hat keine Kleider an! Und wie wäre so was möglich, Wenn es dieser Fisch getan? Lange fand man keinen Täter, Bis man einen Tandler fing, Der, es war ganz kurz nach Ostern, Eben in die Kirche ging. Ein Gendarm, der auf der Lauer, Hatte nämlich gleich verspürt, Daß die Hose dieses Tandlers Hinten grün und blau kariert. Und es war ein dumpf' Gemurmel Bei den Leuten in der Stadt, Daß 'ne schwarze Tandlerseele Dieses Kind geschlachtet hat. Hochentzücket führt den Tandler Man zur Exekution; Zwar er will noch immer mucksen, Aber wupp! Da hängt er schon. - Nun wird mancher hier wohl fragen: Wo bleibt die Gerechtigkeit? Denn dem Schneidermeister Böckel Tut bis jetzt man nichts zuleid. Aber in der Westentasche Des verstorbnen Tandlers fand Man die Quittung seiner Hose Und von Böckeis eigner Hand. Als man diese durchgelesen, Schöpfte man sogleich Verdacht, Und man sprach zu den Gendarmen: "Kinder, habt auf Böckel acht!" Einst geht Böckel in die Kirche. Plötzlich fällt er um vor Schreck, Denn ganz dicht an seinem Rücken Schreit man plötzlich: "Meck, meck, meck!" Dies geschah von einer Ziege; Doch für Böckel war's genug, Daß sein schuldiges Gewissen Ihn damit zu Boden schlug. Ein Gendarm, der dies verspürte, Kam aus dem Versteck herfür, Und zu Böckel hingewendet, Sprach er: "Böckel, geh mit mir!" Kaum noch zählt man 14 Tage, Als man schon das Urteil spricht: Böckel sei aufs Rad zu flechten. Aber Böckel liebt dies nicht. Ach! Die große Schneiderschere Ließ man leider ihm, und schnapp! Schnitt er sich mit eignen Händen Seinen Lebensfaden ab. Ja, so geht es bösen Menschen. Schließlich kriegt man seinen Lohn. Darum, o ihr lieben Eltern, Gebt doch acht auf euern Sohn. |
aus: Fliegende Blätter und Münchner Bilderbogen 1859 - 1864
Biographielink: http://www.wilhelm-busch.de/biografie.php
Ältere "Gedichte der Woche", Schuljahr 2006-2007
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Ältere "Gedichte der Woche", Schuljahr 2003-2004