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"Wer
Gedichte veröffentlicht, Donald Marquis (1878 - 1937) |
neueste Gedichte sind oben
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Maifest Wie herrlich leuchtet |
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Unsere Zeit Es ist die Zeit des stummen Weltgerichts;
Der Dichter zeigt im Spiegel des Gedichts,
Er soll mit reiner Hand des Lebens pflegen,
So darf er auch des Herbstes letzten Segen
Friedrich Hebbel (1813-1863) |
Der Autor: geb. am 18.03.1813 als Christian Friedrich Hebbel
in Wesselburen als Sohn eines Maurers,
sein Vater stirbt völlig verarmt als Hebbel 14 Jahre alt ist, nach dem Tod
des Vaters beginnt er eine Boten- und Schreibertätigkeit beim Kirchspielvogt
Mohr, erste Veröffentlichungen in Provinzblättern, in Hamburg verliebt er
sich in die Näherin Elise Lensing, 1836-39 studiert er in Heidelberg und München,
er hört Vorlesungen in Jura, Geschichte, Literatur u. Philosophie, ein Reisestipendium
des dänischen Königs ermöglicht den Aufenthalt in Kopenhagen (1842-43), ab
1845 lebt er in Wien, heiratet die Burgschauspielerin Christine Engelshausen,
wird finanziell unabhängig, er stirbt am 13.12. 1863 an Rheuma.
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Petöfi dem Sonnengott Wie Vögel, die kaum befiedert im Frühlicht flattern, Doch jetzt weckt Mondlicht sie, So, Leuchtender! der die Himmelsfesten durchmißt, Bettina von Arnim (1785-1859) |
Sándor Petöfi (1823-1849), ungarischer Dichter und Revolutionsheld,
fiel im ungarischen Freiheitskampf am 31.7.1849 bei Schäßburg
die Autorin: Bettina von Arnim, geb. Brentano.
geboren am 4. 4. 1785 in Frankfurt am Main,
gestorben am 20. 1. 1859 in Berlin. http://www.wortblume.de/dichterinnen/arnim_b.htm
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"Der Rabe" - von Edgar Allan Poe Einst, um eine Mittnacht graulich,
da ich trübe sann und traulich Ah, ich kann's genau bestimmen:
im Dezember war's, dem grimmen, Und das seidig triste Drängen
in den purpurnen Behängen Augenblicklich schwand mein Bangen,
und so sprach ich unbefangen: Tief ins Dunkel späht' ich lange,
zweifelnd, wieder seltsam bange, Da ich nun zurück mich wandte
und mein Herz wie Feuer brannte, Auf warf ich das Fenstergatter,
als herein mit viel Geflatter Doch dies ebenholzne Wesen ließ
mein Bangen rasch genesen, Staunend hört' dies rauhe Klingen
ich dem Schnabel sich entringen, Doch der droben einsam ragte
und dies eine Wort nur sagte, Einen Augenblick erblassend ob
der Antwort, die so passend, Doch was Trübes ich auch dachte,
dieses Tier mich lächeln machte, Dieses zu erraten, saß ich wortlos
vor dem Tier, doch fraß sich Da auf einmal füllten Düfte,
dünkt' mich, weihrauchgleich die Lüfte, "Ah, du prophezeist ohn' Zweifel,
Höllenbrut! Ob Tier, ob Teufel - "Ah! dann nimm den letzten Zweifel,
Höllenbrut - ob Tier, ob Teufel! "Sei denn dies dein Abschiedszeichen",
schrie ich, "Unhold ohnegleichen! Und der Rabe rührt' sich nimmer,
sitzt noch immer, sitzt noch immer Edgar Allan Poe |
Lesen
und geniessen Sie hier das Gedicht mit 18 Illustrationen.
(Jede Strophe aufwändig und genial illustriert von Gustave Doré)
Lesen Sie hier eine Kurz Biografie und weitere Gedichte von Edgar Allen Poe
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Ein Lied hinterm Ofen zu singen Der Winter ist ein rechter Mann, War je ein Mann gesund, ist er's; Er zieht sein Hemd im Freien an, Aus Blumen und aus Vogelsang Doch wenn die Füchse bellen sehr, Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht Sein Schloß von Eis liegt ganz hinaus Da ist er denn bald dort bald hier, Matthias Claudius (1740-1815) |
Der Autor: geboren am 15.8.1740 in Reinfeld (Holstein). Pfarrerssohn;
Studium der Theologie und Jura.
1764/65 Sekretär des Grafen Holstein, 1768-1770 Mitarbeiter zweier Zeitungen
in Hamburg.
1771-1775 Herausgeber des "Wandsbecker Bothen", dann auf Herders Vermittlung
Oberlandeskommissar in Darmstadt.
Seit 1777 freier Schriftsteller in Wandsbek. Befreundet mit Herder und Hamann.
Claudius stirbt am 21.1.1815 in Hamburg.
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Die Wahl des Lebens Erste Betrachtung. Wohl wähle, was Du wählest! Zweite Betrachtung. Welch Leben soll ich erwählen? Johann Gottfried von Herder (1744-1803) |
Der Autor: geb. am 25.8.1744 in Mohrungen (Ostpreußen) als drittes
Kind des Kantors und Volksschullehrers Gottfried Herder und seiner zweiten
Frau. Er wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und besucht die Lateinschule
in Mohrungen. 1760 wird er Kopist beim Diakon der Mohrungener Stadtkirche.
In der Pfarrbibliothek, mit ihrem großen Bestand antiker und zeitgenössischer
Literatur, betreibt er autodidaktische Studien.
1762 erscheint sein erstes Gedicht "Gesang an Cyrus", Immatrikulation an der
Universität Königsberg zum Theologiestudium. Er hört Vorlesungen Immanuel
Kants und wird sein Schüler. Seinen Lebensunterhalt verdient er als Nachhilfelehrer.
Nebenbei schreibt er literaturtheoretische Texte, Rezensionen und Gedichte.
1764 wird er Kollaborator (Aushilfslehrer) an der Domschule in Riga, 1765
legt er das theologische Examen ab und wird Prediger an der Domkirche und
erhält eine feste Anstellung als Lehrer. In den "Rigaischen Anzeigen" und
der "Königsbergischen Zeitung" beginnen Beiträge Herders zu erscheinen.
1769 tritt er eine Reise nach Frankreich an. In Paris Bekanntschaft mit Denis
Diderot. Auf seiner Rückreise lernt er 1770 in Hamburg Gotthold Ephraim Lessing
und Matthias Claudius kennen. Später Bekanntschaft mit Goethe, den er nachhaltig
beeinflusst.
Im April 1771 tritt er die Stelle eines Hofpredigers und Konsistorialrats
in Bückeburg, der Residenz des Grafen von Schaumburg-Lippe, an. Mit seiner
in Straßburg verfassten "Abhandlung über den Ursprung der Sprache" (gedruckt
1772) gewinnt Herder die Preisaufgabe der Berliner Akademie der Wissenschaften.
In dieser Schrift erklärt er die Sprachentwicklung und die Entstehung der
Nationalsprachen auf dem Hintergrund der natürlichen geographischen, klimatischen
und sozialen Bedingungen eines Volkes.
1773 Heirat mit Karoline Flachsland. 1775 wird er Superintendent in Bückeburg.
Auf Vermittlung von Wieland und Goethe wird Herder 1776 in Weimar zum Generalsuperintendenten,
Oberkonsistorialrat und Hofprediger ernannt.
1777 erste Auseinandersetzungen mit Goethe. 1801 wird er zum Präsidenten des
Oberkonsistoriums ernannt. Am 8. Oktober erhebt der bayerische Kurfürst Maximilian
IV. Joseph Herder in den Adelsstand. 1803 Krankheit und Kuraufenthalte in
Eger und Franzensbad. August: Reise nach Dresden.
Er stirbt am 18. Dezember 1803 in Weimar.
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Der Skorpion, die Schildkröte und die Gans Eine Traumfabel. Am weidenreichen Spreegestade, Anna Louisa Karsch (1722-1791) |
die Autorin: geb. 1.12.1722, in Schlesien als Tochter eines
Gastwirts, sie heiratet sechzehnjährig einen Tuchmacher, von dem sie sich
nach schlechter Behandlung scheiden lässt, danach Heirat mit dem Schneider
Karsch, einem Alkoholiker, verfasst patriotische Gesänge und Gelegenheitsgedichte
als Geldverdienst,
Kontakte zu Lessing, Mendelssohn, Herder, Goethe.
Gleim sorgt 1764 für die Veröffentlichung ihrer Gedichte, sie stirbt am 12.
10. 1791 in Berlin
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Ins Unendliche strebt... Ins Unendliche strebt sich die Bildung der Zeit zu erweitern, Fülle die Jugend mit würdigem Stoff und in froher Begeistrung Immer behalte getreu vor Augen das Höchste, doch heute Nicht wer Staatstheorien doziert, ein Politiker ist nur, Stets zu Schwärmen gesellt sich das Volk der geschwätzigen Stare, Bester, du hast ein Gewissen für das, was sittlich und wahr ist, Nicht bloß, wer im Gemüt abstreifte den Zügel der Sitte, Eile mit Weile! Den Kahn erst lerne zu steuern im Hafen, Stolz und schweigend enthüllt sein Werk uns der Meister; im eitlen
Tiefer erscheint trübströmende Flut, durchsichtige flacher, Ist denn die Blume nur da zum Zergliedern? Weh dem Geschlechte, Torheit bleibt's, im Gesang um den Preis der Geschichte zu ringen,
Freilich für ein Gedicht ist Schönheit immer das Höchste, Ward dir Großes versagt, so übe die Kunst an bescheidnen In dem kastalischen Born, dem begeisternden, sprudelt ein Tropfen Emanuel Geibel (1815-1884) |
* der Autor: geboren am 17.10.1815 in Lübeck als siebtes von acht Kindern in einem reformierten Pfarrhaus. 1835 beginnt er in Bonn ein Theologiestudium, wechselt aber bald zur klassischen Philologie. Ab 1836 ist er in Berlin, wo er Chamisso und Eichendorff kennenlernt. 1838 nimmt er eine Stelle als Hauslehrer in Athen an, nach seiner Rückkehr veröffentlicht er 1840 mit großem Erfolg seine ersten Gedichte, der preußische König setzt ihm 1842 eine lebenslange Pension aus. In den weiteren Jahren hält er sich überwiegend bei Freunden (Kerner, Freiligrath, Strachwitz) auf. 1852 wird er, einem Ruf König Maximilians II. folgend, Ehrenprofessur für deutsche Literatur und Poetik in München. 1868 kehrt er nach Lübeck zurück, dort stirbt er am 6.4.1884.
| Fußball (nebst Abart und Ausartung) Der Fußballwahn ist eine Krank- Heit, aber selten, Gott sei Dank. Ich kenne wen, der litt akut An Fußballwahn und Fußballwut. Sowie er einen Gegenstand In Kugelform und ähnlich fand, So trat er zu und stieß mit Kraft Ihn in die bunte Nachbarschaft. Ob es ein Schwalbennest, ein Tiegel, Ein Käse, Globus oder Igel, Ein Krug, ein Schmuckwerk am Altar, Ein Kegelball, ein Kissen war, Und wem der Gegenstand gehörte, Das war etwas, was ihn nicht störte. Bald trieb er eine Schweineblase, Bald steife Hüte durch die Straße. Dann wieder mit geübtem Schwung Stieß er den Fuß in Pferdedung. Mit Schwamm und Seife trieb er Sport. Die Lampenkuppel brach sofort. Das Nachtgeschirr flog zielbewußt Der Tante Berta an die Brust. Kein Abwehrmittel wollte nützen, Nicht Stacheldraht in Stiefelspitzen, Noch Puffer außen angebracht. Er siegte immer, 0 zu 8. Und übte weiter frisch, fromm, frei Mit Totenkopf und Straußenei. Erschreckt durch seine wilden Stöße, Gab man ihm nie Kartoffelklöße. Selbst vor dem Podex und den Brüsten Der Frau ergriff ihn ein Gelüsten, Was er jedoch als Mann von Stand, Aus Höflichkeit meist überwand. Dagegen gab ein Schwartenmagen Dem Fleischer Anlaß zum Verklagen. Was beim Gemüsemarkt geschah, Kommt einer Schlacht bei Leipzig nah. Da schwirrten Äpfel, Apfelsinen Durch Publikum wie wilde Bienen. Da sah man Blutorangen, Zwetschen An blassen Wangen sich zerquetschen. Das Eigelb überzog die Leiber, Ein Fischkorb platzte zwischen Weiber. Kartoffeln spritzten und Citronen. Man duckte sich vor den Melonen. Dem Krautkopf folgten Kürbisschüsse. Dann donnerten die Kokosnüsse. Genug! Als alles dies getan, Griff unser Held zum Größenwahn. Schon schäkernd mit der U-Bootsmine Besann er sich auf die Lawine. Doch als pompöser Fußballstößer Fand er die Erde noch viel größer. Er rang mit mancherlei Problemen. Zunächst: Wie soll man Anlauf nehmen? Dann schiffte er von dem Balkon Sich ein in einem Luftballon. Und blieb von da an in der Luft, Verschollen. Hat sich selbst verpufft. - Ich warne euch, ihr Brüder Jahns, Vor dem Gebrauch des Fußballwahns! Joachim Ringelnatz (1883-1934) |
aus: Joachim Ringelnatzens Turngedichte (1920-1923)
der Autor: geboren am 7.8.1883 in Wurzen/Sachsen; gestorben am 17.11.1934
in Berlin.
Biographielink: http://www.ringelnatzstiftung.de/ringelnatz.htm
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