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Gedichte veröffentlicht, Donald Marquis (1878 - 1937) |
neueste Gedichte sind oben
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Walther von der Vogelweide: „Uns hât der winter geschât über al“ – „Uns hat der Winter geschadet
überall“ I II Übersetzung II
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Der Text des Originals folgt der schönen Minnesang-Ausgabe mit
Übersetzungen und Bildern aus der manessischen Handschrift von Max Wehrli
„Deutsche Lyrik des hohen Mittelalters“ im Manesse-Verlag , Zürich 1955; das
abgedruckte Lied trägt dort die Nr. 95. Wissenschaftliche Notation L 39,1.
Übersetzung: Martin Schuhmann.
* der Autor: Walther von der Vogelweide, dessen Schaffensperiode vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts liegt, ist einer der facettenreichsten Lyriker der deutschen Literaturgeschichte. Das obige kleine Lied fällt durch seine betonte Einfachheit und die Sparsamkeit der Mittel auf. Zwei Reimsilben für 10 Zeilen, zwei prägnante Bilder: Die Gewissheit, dass der Winter den Kampf gegen den Sommer auch in diesem Jahr wieder verlieren wird und Walther wieder Blumen pflücken können wird; und sein Wunsch, die jungen Frauen wieder beim Ballspielen beobachten zu können. Beim letzteren führt ein unauffälliges rhetorisches Mittel zu einem schönen Effekt: Im Vers I,4, der mit dem Wort „bal“ endet, fallen Zeilenende und das Ende des Satzes nicht zusammen (man nennt das Enjambement) – und so hängt der Satz einen Moment in der Luft wie der Ball der Mädchen. Die Kunst der Dichter, die Kunst von Walther insbesondere, ist stets eine schwebende Angelegenheit; darum werden wir jetzt auch nicht lange davon reden, dass Blumenpflücken und Ballspielen in anderen Liedern als Bilder für Sex stehen. Und erst recht reden wir nicht mehr von Winter, sondern wünschen einen schönen Frühlingsbeginn, und sei es nur ein kalendarischer. Alles Gute!
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Das Persönliche Schreib, schreib ... Schreib sachlich und schreib dir die Finger krumm: Aber: schreibst du einmal zwanzig Zeilen Die Sache? Interessiert in Paris und in Bentschen Kurt Tucholsky (1890-1935) |
erschienen unter dem Pseudonym Theobald Tiger in: Die Weltbühne, 23.06.1931, Nr. 25, S. 928.
Der Autor: geboren am 09.01.1890 als Sohn eines Kaufmanns in Berlin, studierte dort und in Genf Jura und promovierte 1914 in Jena mit einer Arbeit über Hypothekenrecht. Für kurze Zeit war er als Bankvolontär tätig. Tucholsky war einer der bedeutendsten Gesellschaftskritiker des 20. Jahrhunderts. Er war unter den Pseudonymen Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel und Kaspar Hauser Mitarbeiter der "Schaubühne" und "Weltbühne", die er mit Siegfried Jacobsohn und dem späteren Friedens-Nobelpreisträger Carl von Ossietzky zu einem der aggressivsten und wirksamsten publizistischen Instrumente der Weimarer Republik machte. Seit 1924 lebte Tucholsky überwiegend im Ausland und kehrte nur sporadisch nach Deutschland zurück. Ab 1929 lebte er in Schweden. 1933 verboten die Nazis die "Weltbühne", verbrannten Tucholskys Bücher und bürgerten ihn aus. Am 21. Dezember 1935 schied er, nach quälender Krankheit und mehreren Operationen, in Hindas/Schweden freiwillig aus dem Leben.
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Der Frosch und die beiden Enten Sieh' da, zwei Enten jung und schön, Zum Teiche gehn sie munter Die eine in der Goschen Sie denkt allein ihn zu verschlingen. Die Ente und der Enterich, Sie ziehn ihn in die Quere, Der Frosch kämpft tapfer wie ein Mann. Schon hat die eine ihn beim Kopf, Die beiden Enten raufen, Die Enten haben sich besunnen Sie suchen ihn im Wasserrohr, Die Enten mit Geschnatter Der Frosch ist fort - die Enten, Da kommt der Koch herbei sogleich Drei Wochen war der Frosch so krank! Wilhelm Busch (1832-1908) |
aus: Fliegende Blätter und Münchner Bilderbogen 1859 - 1864
Mit Illustrationen hier: http://bit.ly/6JIdSw
der Autor: geboren am 15.April 1832 in Wiedensahl bei Hannover, gestorben
am 8. Januar 1908 in Mechtshausen.
Biographielink: http://www.wilhelm-busch.de/biografie.php
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Blick in die Tiefe "Was stehst du so düster und von mir gewandt? Und hab ich verletzt dich mit thörichtem Wort, Wohl mag's der Liebe auch begegnen In ihres Zornes wildem Grauen Ein See mit sanftbewegten Wogen Zwar hat des Sturmes Nachtgefieder Betty Paoli (1814-1894) aus: Paoli - Neue Gedichte. (1856) |
* die Autorin:
geb. am 30.12.1814 als Tochter eines ungarischen Adeligen u. einer Belgierin
in Wien, eigentlich: Babette Elisabeth Glück, sie stammte aus ärmlichen Verhältnissen
u. verdiente sich in jungen Jahren ihren Lebensunterhalt u.a. als Erzieherin
in Russland u. Polen,
1832/33 veröffentlichte sie erste Gedichte in Prager und Wiener Zeitungen,
sie war als Sprachlehrerin u. Übersetzerin (u.a. von Puschkin u. Turgenjew)
tätig, von 1841-43 als Gesellschafterin im Hause des Philanthropen u. Schriftstellers
Josef Wertheimer, wo sie u.a. Adalbert Stifter, Franz Grillparzer u. Nikolaus
Lenau kennenlernte,
1849-52 hielt sie sich im Ausland auf, sie lebte ab 1852 meist in Wien u.
war Literatur- u. Kunstkritikerin des 'Wiener Lloyd' u. der 'Österreichischen
Zeitung' in Wien u. betätigte sich auch als Burgtheater-Referentin, zusammen
mit ihrer Freundin Ida von Fleischl war Paoli später kunstkritische Beraterin
Marie von Ebner-Eschenbachs, von der sie gezielt gefördert wurde, Grillparzer
nannte sie den "ersten Lyriker Österreichs", sie starb am 5.7.1894 in Baden
bei Wien.
* Buchempfehlungen: Frauen dichten anders. 181 Gedichte mit Interpretationen
herausgegeben von Marcel Reich-Ranicki
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Des Morgens Vom Taue glänzt der Rasen; beweglicher Gewölke streifen rötliche Flammen dort, Komm nun, o komm, und eile mir nicht zu schnell, In deiner Schöne jugendlich blickst und noch Des frohen Übermütigen du, daß er Friedrich Hölderlin (1770-1843)
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der Autor:
geb. am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar, besucht Kloster- schulen in Denkendorf
u. Maulbronn, dort bereits erste dichterische Versuche, beeinflusst von Christian
Daniel Schubart, Edward Young, Friedrich Gottlieb Klopstock und Friedrich
von Schiller, anschließend Theologiestudium in Tübingen, verfasst anfangs
Hymnen die unter dem Eindruck intensiven Naturerlebens stehen, später mischen
sich, resultierend aus den Ereignisen der Franz. Revolution, unterstützt von
seinen Freunden Schelling und Hegel, zu dem idealistisch-politische Töne in
seine Dichtung,
1790 Magisterexamen, 1794 Begegnung mit Schiller, Hofmeister bei Charlotte
von Kalb in Weimar,
1796 Hauslehrer bei dem Frankfurter Bankier Gontard, tiefe Zuneigung zu dessen
Frau Susette,
1798 Bruch mit den Gontards, es folgen Jahre rastloser Wanderschaft u. innerer
Unruhe,
1807 wird er nach einjährigem Aufenthalt in der Tübinger Heilanstalt als unheilbar
entlassen, die restlichen vier Jahrzehnte seines Lebens fristet er geistig
umnachtet unter der Obhut einer Tischlerfamilie,
er stirbt am 7. Juni 1843 in Tübingen.
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Hölderlin Insel Verlag, 10 Euro
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