Primärprävention

Seit dem Schuljahr 2001/02 führen wir am Stefan-George-Gymnasium in allen 5. und 6. Klassen „ProPP“ („Programm zur Primärprävention“) durch. 

Was ist ProPP?

 ProPP ist ein  pädagogisches Programm zur Vorbeugung gegen Suchtgefahren und Gewalt mit dem Ziel: Schülerinnen und Schüler stärken - Konflikte klären. Es ist ein Programm, das vom Ministerium in Kooperation mit dem Institut für schulische Fortbildung und schulpsychologische Beratung (IFB) und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung gefördert und unterstützt wird.

 Weshalb wir ein solches Programm zur Primärprävention am SGG durchführen

 1.      Die Gewaltproblematik wird seit Beginn der 1990er Jahre zunehmend als Aufgabe erkannt, der sich auch die Schule verstärkt zu stellen hat.

2.      Die Suchtgefahr ist seit den 70er Jahren als Problem erkannt. Seitdem reagierte auch die Schule mit verschiedenen Methoden (und unterschiedlichem Erfolg) auf die Problematik.

Am wirksamsten sind Methoden, die auf der Erkenntnis aufbauen, dass Menschen Schutzfaktoren aufbauen müssen, um gegen Süchte oder Gewalt resistenter zu werden, sogenannte „life-skills“ (Lebenskompetenzen). Diese versetzen Menschen in die Lage, Konflikte und kritische Lebenssituationen aus eigenen Kräften zu meistern.

Diese Ansätze müssen verständlicherweise früh in der Entwicklung ansetzen.

 ProPP entspricht diesem Ansatz der Life-Skills-Programme.

 ProPP ist demnach der Beitrag der Schule zu einer effektiven Vorbeugung gegenüber Gewalt und Suchtverhalten in der Orientierungsstufe.

Das Programm ist Bestandteil eines umfassenden Konzepts der Gewalt- und Suchtprävention am Stefan-George-Gymnasium von Klasse 5 bis in die Oberstufe.

ProPP dient  folgenden Zielen:

  •  der Stärkung von Selbstkompetenz  

(Selbstwahrnehmung, Selbstbewertung, Selbstwertschätzung, Selbstverantwortung)

  • dem Aufbau vonSozialkompetenz

(soziale Wahrnehmung, soziale Beziehung, Kommunikation, Problembewältigung,

soziale Verantwortung)  

 

  • dem Aufbau von Möglichkeiten zur Konfliktbewältigung   

(Konfliktwahrnehmung, Konfliktbearbeitung, Entwicklung einer „Streitkultur“)  

 

Das Programm setzt damit bei den Ursachen von Suchtverhalten und Gewalt an.

Positive Rückwirkungen auf das Klassenklima und die Lernsituation sind beabsichtigt.

Wichtig ist zu wissen, dass die Life-Skills-Programme die Lebenskompetenzen nicht nur durch bloße Wissensvermittlung „lehren“, sondern dass die Kinder sie in Übungen erwerben durch selbsttätiges Handeln und das Nachdenken darüber.

 

Wie wird ProPP umgesetzt?

Das Programm wird in den sogenannten „Klassenleiterstunden“ durchgeführt, bietet sich aber auch an für Arbeitsgemeinschaften (AGs) oder Projekttage.

Die Lehrer, die ProPP durchführen, werden unterstützt durch innerschulische Fortbildungsmaßnahmen (Multiplikatoren aus dem  Kollegium, die selbst speziell fortgebildet wurden) und außerschulischen Weiterbildungen des IFB sowie der Möglichkeit der Teilnahme an regionale Arbeitskreisen.

ProPP und die Bildungs- und Qualifikationsziele von morgen

ProPP unterstützt - zusammen mit unseren Bemühungen um die Vermittlung von Methodenkompetenzen („lernen  lernen“)  - die Ziele, die heute von Pädagogen und Zukunftsforschern als die Bildungs- und Qualifikationsziele von morgenbeschrieben werden (Expertengruppe des Forum Bildung, 2001):

  • Lernkompetenz (Lernen des Lernens)
  • methodisch-instrumentelle (Schlüssel-)Kompetenzen, insbesondere im Bereich Sprachen, Medien, und Naturwissenschaften
  • soziale Kompetenzen sowie
  • Wertorientierungen. 

 

Michael Kubin

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