Stefan George

 
Stefan George wurde am 12.7.1868 in Bingen-Büdesheim als Sohn eines
Gastwirtes geboren. 1873 siedelte er nach Bingen um. Von 1876 bis 1882
besuchte er die Binger Realschule. Sein Abitur machte er 1888 am
Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt.
Schon sehr früh bereiste der junge Künstler Europa und schloß sich dichterischen
Kreisen an (z.B. dem Kreis um Mallarmé in Paris). George hatte während seines
Lebens stets eine Vorliebe für Kultisches, Religionen und die Antike.
 
1892 gründete er die "Blätter für die Kunst", die bis 1919 Bestand hatten.
 
Später lebte er zurückgezogen in verschiedenen Städten Deutschlands
(München, Berlin etc.). 1927 erhält George eine Ehrung der Stadt
Frankfurt für seine Gedichte. Kurz nach der Machtübernahme der
Nationalsozialisten 1933 zieht Stefan George in die Schweiz um,
wo er am 4. Dezember des gleichen Jahres in Minusio bei Locarno stirbt.
 
 
Wir schreiten auf und ab im reichen flitter
 
Wir schreiten auf und ab im reichen flitter
Des buchenganges beinah bis zum tore
Und sehen aussen in dem feld vom gitter
Den mandelbaum zum zweitenmal im flore.
 
Wir suchen nach den schattenfreien bänken
Dort wo uns niemals fremde stimmen scheuchten 
In träumen unsre arme sich verschränken 
Wir laben uns am langen milden leuchten
 
Wir fühlen dankbar wie zu leisem brausen
Von wipfeln strahlenspuren auf uns tropfen
Und blicken nur und horchen wenn in pausen
Die reifen früchte an den boden klopfen.
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