Skifreizeit 2017

Lernerfolg der besonderen Art

Nach langer Busreise (ca. 14h) kamen wir gegen 13:00 in Kals in Österreich an. Dort waren wir für eine Woche im Hause Regenbogen untergebracht. Nach der Ankunft ging es, nachdem alle gestärkt waren, bereits in Richtung Ski-Depot, wo die noch benötigten Sachen anprobiert und darauf direkt im Depot für den nächsten Tag verstaut wurden. Am Abend ging es dann in die benachbarte Kneipe, denn die vorbereiteten Referate mussten ja noch präsentiert werden. Nachdem in gemütlicher Runde beim Wirt der Abend ausklingen durfte wurde auch schon die Bettruhe eingeläutet. Vorher noch der erste Schock: Frühstück gibt es bereits um acht Uhr morgens und der Ski Bus fährt um punkt acht Uhr vierzig. Das bedeutet für den einen oder anderen Morgenmuffel, der sich noch im Schlafrhythmus der Ferien befindet, dass der Hahn diese Woche mal etwas früher krähen muss.

Montagmorgen – der erste Schneetag – Stimmung ist vorhanden und los geht’s. Pünktlich rollt der Ski Bus vor die Tür und alle steigen ein. Nachdem auch der letzte Skipass eingepackt ist kann es ja losgehen. Wo es für die Fortgeschrittenen und die Profis nach dem Anschnallen schon auf die Piste geht heißt es für die Anfänger noch: Ab auf den Idiotenhügel. Denn erst will geübt werden. Als die Kirchenglocke den Mittag einläutet wird hochgefahren. 2621m stehen auf dem Schild. Auf der „Adler Lounge“ werden alle mitgebrachten Lunchpakete ausgepackt und mit Heißhunger verzehrt. Nun geht’s weiter – je nach Können entweder abgondeln oder Piste runterfahren, wobei laut ersten Handy-Tracker-Apps die Rede von sagenhaften 90 km/h bei einigen Vollblutskifahrern ist. Der Mittag war kaum weniger anstrengend und am Abend sind alle froh, bei einer erfrischenden Apfelschorle noch eine Runde Karten zu spielen.

Skitag zwei – Dienstag – die ersten Nörgeleien von Körperbeschwerden sind zu vernehmen. Doch davon lässt sich der knallharte Elftklässler natürlich nicht erschüttern. Ab geht’s Richtung Piste und hoch mit dem Lift. Nachdem abermals einige Flüche auf den Schlepplift ausgesprochen wurden, besonders bei den Snowboardfahrern, fahren die Ersten den Berg schon wieder hinunter. Am Vortag wurde besprochen, dass die Lunchpakete heute durch eine warme Mahlzeit am Mittag ersetzt werden. Frisch gestärkt fahren alle weiter bis zum Abend. Einige am Vortag „vorbereiteten“ Körperteile fangen nun an richtig zu schmerzen und auch der Geruch von Tigerbalsam ist schon in einigen Zimmern zu vernehmen.

Tag vier – Mittwoch  – der dritte Tag im Schnee. Die Wecker mit Musik die wahrscheinlich jede Après-Ski Party in den Schatten stellen könnten liefen auf Hochtouren, die Stimmung war trotz alledem am Tiefpunkt. Doch auf der Piste war dann schnell aller Zweifel verstrichen und sogar die Anfänger durften sich auf die ersten Pisten trauen.

Hoffnungsvoll ging es auch am nächsten Tag weiter. Die Pisten wurden steiler, die Geschwindigkeit höher. Der Lernfortschritt war deutlich zu sehen. Die Routine des Schneesport-Alltags spielte sich langsam aber sicher ein, die am Vortag noch miese Stimmung war wie weggeblasen. Einige Gruppen fuhren sogar bis es dunkel wurde, nicht alles dass sie für eine letzte Fahrt noch einmal zu Fuß die 2000m erklimmt hätten, weil die Lifte nicht mehr fuhren. Als dann gegen 17Uhr alle ihre Einkäufe im nahegelegenen Supermarkt erledigt hatten und in der Unterkunft angekommen waren ging der vorletzte Schneetag zu Ende.

Fünfter Tag. Der Morgen begann mit bangen Blicken, aus dem Fenster. Petrus hatte ausgerechnet am letzten Tag seinen Ruhetag und statt dem schönen Wetter der vergangenen Tage zogen nun Nebel, Schnee und Wind auf. Neuschnee ist natürlich eine feine Sache doch bei dem Wetter wird so einiger Hang zu einem unüberblickbaren Schneechaos und wahre weiße Wände tun sich vor einem auf. Trotz alledem beschlossen unsere Begleitpersonen, wie die letzten Jahre üblich, am Morgen ein Zeitfenster für freie Fahrt zu starten. Wegen des Wetters wurde dies zwar nur auf zwei Stunden begrenzt, aber besser als nichts. Und so zogen wir in Kleingruppen los. Doch vorallem die Wetterbedingungen waren der Grund, dass nach dem Mittagessen das Feld lichter wurde. Der Wind ließ zwar etwas nach, doch die Sicht blieb begrenzt.

Nach der letzten Abfahrt wurde dann noch das ausgeliehene Material zurückgegeben und es ging auf die letzte Fahrt mit dem Ski Bus – zur Unterkunft. Nachdem erschöpft geduscht und gegessen war ging es wieder in die Gastwirtschaft nebenan. Denn eine „Attraktion“ gab es noch, den bunten Abend. So konnten die letzten Stunden beisammen vor der Abfahrt noch einmal ausklingen und genossen werden.

Am letzten Morgen klingelten die Wecker sehr früh doch als dann um acht Uhr der erwartete Bus ankam ging alles sehr flott und wir konnten bald aufbrechen. Die Heimfahrt verlief sehr gut und ohne Vorkommnisse und nach kurzem Stopp bei einem auf der Strecke liegenden McDonald’s war das Mittagessen gerettet und die Heimat im Blick.

Zusammenfassend ist zu sagen, die Freizeit war ein Erfolg war auf ganzer Linie. Der Zusammenhalt und die Kameradschaft innerhalb der Stufe wurden nachhaltig gestärkt und es sind wahre Lernerfolge zu verzeichnen. Wo am Anfang der Woche noch Zweifel bestanden auch nur mal eine kleine Piste unfallfrei runterzukommen sind am Ende wahre Ski- beziehungsweise Snowboardfahrer geboren worden. Und auch aus den Mündern derer, die vorher schon Skifahren konnten sind Sätze wie: „So viel wie diese Woche hab ich schon seit langem nicht mehr gelernt!“ gefallen.

Damit steht fest: Diese Freizeit hat definitiv Existenzrecht und sollte auf jeden Fall wiederholt werden!  

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